Trennungsmanagement: Was HR-Profis und Führungskräfte bei Kündigungen falsch machen
Kündigungen nehmen zu, doch die wenigsten Unternehmen führen Trennungsgespräche strukturiert und respektvoll. Experten benennen klare Fehler und Mindeststandards…
- Personal
Rechtsanwältin Dagmar Walker bezeichnet die Kündigung als „Kulturcheck“ und stellt fest, dass die wenigsten Unternehmen einen durchdachten Trennungsprozess haben und die meisten Führungskräfte unvorbereitet in Kündigungsgespräche geschickt werden. HR-Beraterin Marina Kuharić beobachtet ein wiederkehrendes Muster bei betriebsbedingten Entlassungen. Keine Vorwarnung, kein klärendes Vorgespräch, stattdessen ein unvermittelter Termin mit der Nachricht.
Zwischen Mai 2025 und Mai 2026 stieg die Zahl der Arbeitslosen laut Bundesagentur für Arbeit um 31.000 auf 2,95 Millionen. Gleichzeitig waren 67.000 Arbeitsstellen weniger gemeldet als im Vorjahr, der BA-Stellenindex sank im Mai 2026 um fünf Punkte auf 100. Arbeitsrechtler Kilian Friemel von Taylor Wessing beschreibt die Haltung vieler Mandanten als „Hauptsache, raus, Hauptsache, schnell“.
Im Gespräch selbst richten fehlende Klarheit und schlecht gewählte Formulierungen den größten Schaden an. Executive Coach Beat Johann Märchy empfiehlt, die Botschaft in den ersten zwei Minuten auszusprechen und Sätze wie „Für mich ist das auch nicht leicht“ zu vermeiden. Walker zieht bei Kanal und Zeitpunkt klare Grenzen. Kündigungen gehören in Präsenz, nicht per Video, niemals am Freitag, und dauern 15 bis 20 Minuten.
Berater Dietmar Scheel plädiert dafür, dass die direkte Führungskraft das Gespräch führt. HR bereitet vor, sichert rechtlich ab und begleitet. Dass respektvolle Trennungen möglich sind, belegen Erfahrungsberichte von CEO Marvin Ronn und Executive Coach Tino Fuchs. Beide berichten von Dankbarkeit seitens der Betroffenen nach fairen Gesprächen.
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