LKB warnt: Wirtschaftsdruck auf Brandenburgs Kliniken steigt täglich
Brandenburgs Krankenhäuser stehen unter wachsendem Wirtschaftsdruck. In Potsdam bündeln zwei große Kliniken ihre Angebote, weitere Standorte schließen Abteilungen…
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Die wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser in Brandenburg verschärft sich. Michael Jacob, Geschäftsführer der Landeskrankenhausgesellschaft Brandenburg, beschreibt den Druck auf die Häuser als täglich wachsend. Ursachen sind die laufende Krankenhausreform, das Sparpaket bei der gesetzlichen Krankenversicherung sowie demografische Veränderungen, durch sinkende Geburtenzahlen bei gleichzeitig steigendem Anteil älterer Patienten.
In Potsdam reagieren die beiden größten Krankenhäuser mit einem abgestimmten Leistungstausch. Das Klinikum Ernst von Bergmann gibt Orthopädie und Gefäßchirurgie ab August ab. Die Orthopädie übernimmt die Oberlinklinik in Potsdam-Babelsberg, die Gefäßchirurgie das Alexianer St. Josefs-Krankenhaus. Umgekehrt schließen beim St. Josefs-Krankenhaus Neurologie, Frauenheilkunde und Geburtshilfe, die das Bergmann-Klinikum übernimmt. Die Geburtshilfe hatte den Betrieb bereits zuvor wegen Personalmangels eingestellt. Als weiterer Grund gilt das Fehlen eines Kinderarztes, den das St. Josefs-Krankenhaus bislang nicht vorweisen konnte und der künftig Voraussetzung für den Betrieb einer Geburtshilfe ist. Beide Häuser nennen die Krankenhausreform als Grund. Mehrere Hundert Menschen protestierten gegen die Pläne.
Der Gesundheitsausschuss des Landtags beriet in einer Sondersitzung über die Schließungen. Gesundheitsminister René Wilke (SPD) wies Versorgungsbedenken zurück und erwartet durch die Neuordnung eine qualitativ bessere Versorgung in Potsdam. Für die eingestellte Babyklappe und die Zukunft der Hebammen laufen laut Wilke Gespräche. Die AfD-Gesundheitspolitikerin Daniela Oeynhausen befürchtet dagegen eine Verschlechterung der Patientenversorgung.
Auch andernorts in Brandenburg schließen Angebote. Die Kinderklinik im Evangelischen Krankenhaus Ludwigsfelde-Teltow stellt Ende Juli den Betrieb ein, die Geburtshilfe des Krankenhauses Strausberg wurde nach Rüdersdorf verlagert.
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