Leistungsgruppen: Hessen konzentriert planbare Krankenhausleistungen auf weniger Standorte

Mit der vorläufigen Zuteilung der Leistungsgruppen sichert Hessen die bestehenden Notfallstandorte und konzentriert planbare Spezialeingriffe auf weniger Kliniken. Die finale Zuteilung soll im Dezember erfolgen…

5. Oktober 2026
  • Politik

Hessen hat die vorläufige Zuteilung der Leistungsgruppen vorgenommen und damit einen weiteren Schritt bei der Umsetzung der Krankenhausreform vollzogen. Alle bestehenden Notfallstandorte bleiben erhalten. In der Geburtshilfe sowie der Kinder- und Jugendmedizin sind keine Veränderungen vorgesehen. Bei planbaren Spezialeingriffen will das Land Leistungen dagegen stärker konzentrieren.

Pankreaseingriffe sollen künftig an 15 statt an 23 Krankenhäusern möglich sein. Bei der Versorgung von Ovarialkarzinomen sinkt die Zahl der Standorte von 28 auf 15. Künstliche Kniegelenke sollen 50 statt 66 Kliniken abrechnen können. Bei Brustkrebs ist eine Reduzierung von 29 auf 24 Häuser geplant. In der Neurochirurgie soll die Zahl der Kliniken von 17 auf 13 sinken.

Die Krankenhäuser haben rund 1.800 Anträge gestellt. Nach den vorläufigen Bescheiden können sie Stellung nehmen. Eine Anhörung ist vorgesehen, die endgültige Zuteilung soll im Dezember erfolgen. Klagen von Klinikträgern sind möglich. Die Zuteilungen sind bislang nicht öffentlich abrufbar.

Gesundheitsministerin Diana Stolz (CDU) begründet die Konzentration mit Spezialisierung, höherer Qualität und Patientensicherheit. Die Hessische Krankenhausgesellschaft begleitete den Prozess und verweist auf medizinischen Fortschritt, demografischen Wandel und Fachpersonalmangel.

Für strukturelle Veränderungen stehen Hessen bis 2035 insgesamt 950 Millionen Euro aus dem Krankenhaustransformationsfonds zur Verfügung. Parallel laufen mehrere Fusionen und Umwandlungen, darunter in Kassel, Waldeck-Frankenberg, Marburg-Biedenkopf und Darmstadt. In Darmstadt firmieren das kommunale Klinikum und das katholische Elisabethenstift seit Januar 2026 als „Südhessen Kliniken“.

Quelle:
aerzteblatt.de

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