Magdeburger Ambulanz zeigt Nutzen geschlechtersensibler Medizin über Frauengesundheit hinaus
Die Magdeburger Ambulanz für geschlechtersensible Medizin behandelt vor allem Frauen in den Wechseljahren, richtet ihren Ansatz aber auch auf Männer und geschlechtsspezifische Verzerrungen in Diagnostik und Forschung…
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Die geschlechtersensible Medizin soll Krankheiten, Symptome und Therapien genauer einordnen, weil Frauen und Männer in Forschung und Versorgung nicht immer ausreichend differenziert betrachtet wurden. Die Ambulanz am Uniklinikum Magdeburg, die seit einem Jahr besteht, behandelt überwiegend Frauen in den Wechseljahren, versteht sich aber nicht als reine Frauenmedizin.
Internistin Prof. Dr. Ute Seeland leitet die Einrichtung. Sie beschreibt, dass viele Studien über Jahrzehnte vor allem mit männlichen Probanden durchgeführt wurden. Medikamente seien überwiegend an Männern oder männlichen Versuchstieren getestet worden. Dadurch können Arzneimittel bei Frauen anders wirken, Nebenwirkungen häufiger oder anders auftreten.
Ein Beispiel ist der Herzinfarkt. Bei Männern gelten Brustschmerzen und ausstrahlende Schmerzen im Arm als klassische Symptome. Frauen berichten häufiger über Übelkeit, Erschöpfung, Rücken- oder Armschmerzen sowie kalten Schweiß. Das kann dazu führen, dass ein Infarkt später erkannt wird.
Seeland betont, dass auch Männer von diesem Ansatz profitieren. Bei Autoimmunerkrankungen und Osteoporose gebe es ebenfalls Verzerrungen. Krankheiten, die als typische Frauenkrankheiten gelten, würden bei Männern seltener oder später erkannt. Seeland fordert deshalb, biologische und soziokulturelle Unterschiede systematisch in Forschung, Lehre und Versorgung mitzudenken.
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