Mannheimer Forscher prüfen KI-gestützte Herzdiagnostik auf Versorgungsnutzen und Kosteneffizienz

Die Medizinische Fakultät Mannheim untersucht, ob KI-gestützte Auswertung von Herz-CTs invasive Eingriffe reduziert, Therapien individualisiert und Versorgungskosten senkt…

29. Juni 2026
  • Data und KI
  • Ökonomie

Die Abteilung für Gesundheitsökonomie am Zentrum für Präventivmedizin und Digitale Gesundheit (CPD) der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg untersucht, ob KI-basierte Analysen von CT-Koronarangiografien (CCTA) die Herzversorgung verbessern und Kosten im Gesundheitssystem senken können. Das Projekt leitet Professor Dr. Thomas Mayrhofer.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören weltweit zu den häufigsten Todesursachen. CCTA-Verfahren ermöglichen die nicht-invasive Früherkennung von Plaques und Stenosen in den Herzgefäßen. Die manuelle Auswertung der hochauflösenden Bilddaten ist jedoch aufwendig und erfordert hohe Fachkenntnis. In der Praxis kommen daher häufig weniger präzise Belastungstests oder risikobehaftete invasive Verfahren zum Einsatz.

KI-basierte Software erstellt aus den CCTA-Daten dreidimensionale Gefäßmodelle, identifiziert verschiedene Plaquetypen und unterstützt die Einordnung in Risikogruppen. Das Forschungsprojekt prüft nun, ob dieser Ansatz invasive Eingriffe reduziert, Therapieentscheidungen stärker individualisiert und Ressourcen effizienter einsetzt.

Datenbasis sind zwei prospektive klinische Studien: PARAMOUNT (ein Jahr) und TRANSFORM (fünf Jahre). Beide vergleichen KI-gestützte Diagnostik mit der aktuellen Standardversorgung. Ergänzend entwickelt das Team Mikrosimulationsmodelle, um mittel- bis langfristige Effekte auf Krankheitsverläufe, Behandlungsstrategien und Kosten abzuschätzen.

Das Projekt wird über vier Jahre im Rahmen einer wissenschaftlichen Kooperation mit dem Studiensponsor Cleerly Inc. gefördert.

Quelle:
idw-online.de

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