Marburger Bund: Personalabbau und steigende Bürokratie gefährden die Versorgung

Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz gefährdet laut Marburger Bund bis zu 140.000 Krankenhausstellen und droht Versorgungsengpässe zu verschärfen. Vorsitzende Johna fordert grundlegende Korrekturen…

9. Juli 2026
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Der Marburger Bund fordert eine grundlegende Überarbeitung des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes. Vor den Beratungen des Bundestagsausschusses für Gesundheit am 8. Juli 2026 erklärte die 1. Vorsitzende Dr. Susanne Johna, das Gesetz berge erhebliche Risiken für die Patientenversorgung.

Die Einsparungen treffen das Gesundheitswesen in einer Phase laufender Strukturreformen und hoher Arbeitsverdichtung bei Ärztinnen und Ärzten. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft warnt, dass die Sparauflagen bis zu 140.000 Arbeitsplätze in Krankenhäusern gefährden könnten. Johna befürchtet in einzelnen Bereichen eine Entwicklung hin zur Wartelistenmedizin.

Als widersprüchlich bewertet der Marburger Bund, dass die Koalition einerseits von verbindlichen Personalvorgaben im Krankenhausbereich abrückt, andererseits neue Dokumentations- und Prüfpflichten schafft. Die geplante Anhebung der Prüfquoten durch den Medizinischen Dienst binde erhebliche personelle Ressourcen. Jede Stunde, die Ärztinnen und Ärzte mit Prüfungen und Dokumentation verbringen, fehle in der direkten Patientenversorgung.

Kritik richtet sich auch gegen das geplante verpflichtende Zweitmeinungsverfahren vor bestimmten planbaren Eingriffen. Bislang ist die Zweitmeinung freiwillig. Künftig soll sie bei ausgewählten Eingriffen zur Vergütungsvoraussetzung werden. Johna sieht darin ein Versorgungsproblem. Es fehle an qualifizierten Zweitmeinern für eine flächendeckende Umsetzung. Die Folge seien längere Wege und zusätzliche Wartezeiten für Patienten.

Quelle:
marburger-bund.de

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