Marburger KI-Forscher fordert ethische Selbstverpflichtung für Gesundheitssoftware

KI verändert die Medizin rasant. Der Marburger Professor Martin Hirsch warnt vor Risiken und fordert einen ethischen Eid für Entwickler im Gesundheitsbereich…

16. Dezember 2025
  • Data und KI

Künstliche Intelligenz bietet große Chancen für Diagnostik, Therapie und Versorgung, bringt aber auch neue Risiken mit sich. Der Marburger Professor Martin Hirsch, Leiter des Instituts für Künstliche Intelligenz in der Medizin, sieht KI inzwischen als Fluch und Segen zugleich. Zwar zeigen viele Studien Vorteile einzelner Anwendungen, doch fehlt es an stabilen Plattformen, Datenschutz und Integration in den Versorgungsalltag. Besonders kritisch bewertet Hirsch frei verfügbare Chatbots, die psychologische Nähe erzeugen, ohne Verantwortung zu übernehmen. In sensiblen Bereichen wie der psychischen Gesundheit könne dies gefährliche Folgen haben. Gesetze allein reichten aus seiner Sicht nicht aus. Neben Regulierung brauche es eine ethische Selbstverpflichtung für Entwickler, vergleichbar mit dem ärztlichen Gelöbnis. Ein freiwilliger Eid oder ein Zertifikat könnte Vertrauen schaffen und Missbrauch vorbeugen. Hirsch ist überzeugt, dass ethische Standards künftig auch wirtschaftlich an Bedeutung gewinnen werden.

Quelle:
hessenschau.de

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