Max-Planck-Studie widerlegt bisherige Annahmen zur Rolle wirtschaftlicher Anreize bei Krankenhausfallzahlen

Eine Max-Planck-Studie zeigt, dass die Bevölkerungsalterung 64 Prozent des Anstiegs der Krankenhausfallzahlen zwischen 2005 und 2019 erklärt. Hospitalisierungsrisiken sinken seit 2014…

13. Oktober 2026
  • Ökonomie

Die Bevölkerungsalterung ist der wichtigste Treiber steigender Krankenhausfallzahlen in Deutschland. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung, die Anna-Kathleen Piereth gemeinsam mit Roland Rau und Marcus Ebeling in der Fachzeitschrift BMC Public Health veröffentlicht hat. Der Anteil der Alterung am Anstieg der Gesamthospitalisierungsrate (GHR) zwischen 2005 und 2019 liegt demnach bei 64 Prozent. Frühere Studien hatten lediglich 20 Prozent ermittelt.

Zwischen 2005 und 2019 stieg die Zahl der Krankenhausaufenthalte von 16,5 auf 19,4 Millionen pro Jahr, obwohl die Bevölkerungsgröße nahezu konstant blieb. Die GHR entwickelte sich in drei Phasen: Anstieg bis 2014, leichter Rückgang bis 2019, deutlicher Einbruch mit Beginn der Corona-Pandemie. Das Hospitalisierungsrisiko trug nur 36 Prozent zum GHR-Trend bei und sank ab 2014 sogar deutlich.

Bei Männern fiel der Effekt der Altersstruktur stärker aus als bei Frauen, was mit dem stärkeren Anstieg ihrer Lebenserwartung zusammenhängt. Stationäre Patientinnen und Patienten waren im Schnitt älter als die Gesamtbevölkerung, ihr Durchschnittsalter stieg zudem schneller.

Piereth fordert, die Altersstruktur stärker in die regionale Krankenhausplanung einzubeziehen. Bislang orientiere sich diese vor allem an Bevölkerungsgröße, Fallzahlen, Verweildauer und Bettenauslastung. Angesichts der geburtenstarken Babyboomer-Jahrgänge, die zunehmend in höhere Altersstufen eintreten, sei eine demografisch fundierte Planung notwendig.

Quelle:
demografische-forschung.org

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