MD-Prüfungen: Entlastung versprochen, Mehraufwand erlebt

Die neuen Leistungsgruppenprüfungen sollen schlanker sein. Viele Krankenhäuser berichten jedoch von hohem Zusatzaufwand und fehlender Planungssicherheit…

16. Januar 2026
  • MD

Die Leistungsgruppenprüfungen (LOPS) der Medizinischen Dienste sind das zentrales Element der Krankenhausreform. Ziel ist die Zuteilung von künftig 61 Leistungsgruppen durch die Bundesländer auf Basis geprüfter Struktur- und Qualitätskriterien. Vertreterinnen und Vertreter der Medizinischen Dienste sehen deutliche Entlastungen. Bereits vorliegende Unterlagen aus früheren Strukturprüfungen könnten vielfach wiederverwendet werden. Kliniken müssten daher weniger neu einreichen.

Viele Krankenhäuser schildern jedoch eine andere Praxis. Ein Großteil der geforderten Nachweise müsse neu erstellt werden, darunter detaillierte Dienstpläne, Qualifikationszuordnungen und Gerätenummern, teils sogar von Kooperationspartnern. Hinzu kommen enge Fristen und Prüfzeiträume, die weit in der Vergangenheit liegen. Fazit: Der Verwaltungsaufwand in den Krankenhäusern steigt erneut deutlich.

Unterschiede zwischen den Bundesländern verschärfen die Situation. Während einige Länder Leistungsgruppen vorab filtern, lassen andere alle Anträge prüfen. Auch der mögliche Wegfall einzelner Leistungsgruppen durch das geplante Krankenhausreformanpassungsgesetz sorgt für Frust. Kliniken und Medizinische Dienste investieren Zeit und Ressourcen, obwohl einzelne Prüfungen voraussichtlich folgenlos bleiben. Planungssicherheit fehlt insbesondere mit Blick auf künftige Mindestvorhaltezahlen und die Vorhaltefinanzierung.

Quelle:
aerzteblatt.de

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