Medizinische KI-Agenten stehen vor dem Einsatz, zugelassene Systeme gibt es aber noch nicht

Noch gibt es in der Medizin keine zugelassenen KI-Agenten. Laut Prof. Jakob Nikolas Kather könnten sie Ärztinnen und Ärzte aber bald bei Recherche, Dokumentation und Fallvorbereitung deutlich entlasten…

24. April 2026
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KI-Agenten könnten die Medizin vor allem dort verändern, wo heute viel Zeit in Recherche, Dokumentation und Organisation fließt. Prof. Dr. med. Jakob Nikolas Kather, Professor für Klinische Künstliche Intelligenz am Else Kröner Fresenius Zentrum (EKFZ) für Digitale Gesundheit an der Medizinischen Fakultät der TU Dresden, sieht darin großes Potenzial für Entlastung und bessere Abläufe. Zugleich zieht er eine klare Grenze. Die Entscheidung über Diagnostik und Therapie muss beim Menschen bleiben.

Kather beschreibt KI-Agenten als Weiterentwicklung generativer KI. Anders als reine Chatbots beantworten sie nicht nur Fragen, sondern führen auch Handlungen aus. Sie können Programme bedienen, Informationen zusammentragen und Arbeitsschritte selbstständig planen. Für die Medizin nennt er deshalb vor allem unterstützende Aufgaben wie Wissensaufbereitung, Vorbereitung von Besprechungen und Hilfe bei klinischen Entscheidungen.

Zugelassene KI-Agenten gibt es im medizinischen Bereich laut Kather bisher nicht. Noch kein System hat demnach die erforderliche CE-Zertifizierung erhalten. Sein Team in Dresden entwickelt jedoch bereits einen Tumor-Board-Agenten. Das System analysiert medizinische Bilder, recherchiert wissenschaftliche Quellen und Leitlinien und formuliert daraus Therapieempfehlungen für interdisziplinäre Fallkonferenzen.

Besonders deutlich kritisiert Kather die Rahmenbedingungen in Deutschland. Er hält die hiesige Auslegung des Datenschutzes und die langsamen Prozesse für ein Innovationshemmnis. Gleichzeitig betont er, dass Patienten sowohl menschliche Zuwendung als auch moderne Technik erwarten. Für ihn liegt die Zukunft daher in einer Medizin, die technische Möglichkeiten nutzt, ohne den direkten Patientenkontakt zu ersetzen.

Quelle:
aok.de

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