Mehr als 8.000 Patienten warten auf ein Organ – Rheinland-Pfalz will Transplantationsgesetz reformieren
Der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Clemens Hoch fordert die Widerspruchslösung im Transplantationsgesetz, mehr Aufklärung und bessere Strukturen in Krankenhäusern, denn jährlich sterben über 600 Menschen auf der Warteliste…
- Politik
Über 600 Menschen sterben in Deutschland jährlich, während sie auf ein Spenderorgan warten. Gesundheitsminister Clemens Hoch hat im rheinland-pfälzischen Landtag bekräftigt, dass Rheinland-Pfalz gemeinsam mit weiteren Bundesländern auf eine Änderung des Transplantationsgesetzes drängt. Der Koalitionsvertrag verpflichtet die Landesregierung dazu.
2025 spendeten 985 Menschen nach ihrem Tod Organe. Mehr als 8.000 Patienten stehen auf der Warteliste. Hoch sieht dringenden Handlungsbedarf, zumal mehr als 85 Prozent der Bevölkerung der Organspende grundsätzlich positiv gegenüberstehen, aber nur etwas mehr als die Hälfte dieser Menschen den eigenen Willen dokumentiert hat.
Die Widerspruchslösung soll nach Aussage des Ministers keine Entscheidung abnehmen, sondern zur bewussten Auseinandersetzung auffordern. Begleitend fordert Hoch niedrigschwellige, mehrsprachige Aufklärungsangebote sowie eine einfache, jederzeit änderbare Dokumentationsmöglichkeit.
Krankenhäuser brauchen verlässliche Strukturen und ausreichend qualifiziertes Personal, um Organspenden frühzeitig erkennen und den komplexen Prozess umsetzen zu können. Zusätzlich spricht sich Hoch dafür aus, die kontrollierte Organspende nach dem Herz-Kreislauf-Tod wissenschaftlich zu prüfen. Das Verfahren wird in zahlreichen europäischen Ländern bereits praktiziert und setzt höchste medizinische, ethische und rechtliche Standards voraus.
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