Mehr Freizeit, weniger Fluktuation: Pilotprojekt begeistert Pflegekräfte
Mehr Freizeit, weniger Spritkosten, neue Motivation: In München testen Pflegekräfte eine freiwillige Vier-Tage-Woche mit Zwölf-Stunden-Schichten – und sind begeistert. Doch Gewerkschaften warnen vor Risiken. Kann das neue Modell den Fachkräftemangel entschärfen?
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Die orthopädische Fachklinik in München-Harlaching erprobt ein flexibles Arbeitszeitmodell: Pflegekräfte können freiwillig von der klassischen Acht-Stunden-Schicht auf eine Vier-Tage-Woche mit zwölf Stunden wechseln – bei gleichbleibender Wochenarbeitszeit. Das Pilotprojekt zeigt Wirkung: Die Beschäftigten berichten von besserer Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, gesparten Fahrtkosten und gesteigerter Zufriedenheit. Auch bei der Personalgewinnung wirkt das Modell: Ehemals abgewanderte Pflegekräfte kehren zurück. Die Klinikführung hebt hervor, dass der Informationsfluss durch weniger Schichtwechsel verbessert werde. Kritisch äußert sich hingegen ver.di: Die Gewerkschaft warnt vor gesundheitlichen Risiken durch lange Schichten und sieht Erholungsphasen gefährdet. Bundeskanzler Merz hingegen plädiert für eine gesetzliche Flexibilisierung – nicht aber für eine generelle Arbeitszeitverkürzung. Noch gilt für das Modell in München eine Sondergenehmigung bis Ende September.
zdf.de
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