Mehr Gewalt in Bayerns Kliniken: Krankenhausgesellschaft prüft Bodycams und Einlasskontrollen
In Bayern meldet fast jede zweite Klinik mehr Gewalt gegen Beschäftigte. Die BKG diskutiert deshalb Schutzmaßnahmen wie Sicherheitsdienste, Bodycams und Einlasskontrollen und verweist zugleich auf anhaltenden Finanzdruck…
- QM
Fast jede zweite bayerische Klinikleitung beobachtet mehr Gewalt gegen Krankenhauspersonal. Die Bayerische Krankenhausgesellschaft diskutiert deshalb Schutzmaßnahmen wie Sicherheitsdienste, Bodycams und Einlasskontrollen. Eine feste Position zu Bodycams hat sie aber noch nicht.
Grundlage ist der Bayerische Krankenhaustrend 2026. 47 Prozent der befragten Klinikchefs sehen eine Zunahme von Gewalt, 42 Prozent sehen diese Entwicklung nicht, der Rest ist unentschlossen. 73 Prozent fordern einen besseren strafrechtlichen Schutz vor Übergriffen. Roland Engehausen von der BKG sagt, besonders Notaufnahmen seien betroffen, etwa bei langen Wartezeiten nach Triage. René Marx von den Lakumed-Kliniken berichtet von verbaler Gewalt und Drohungen.
Die BKG verweist auch auf andere Bereiche. Engehausen nennt die Deutsche Bahn, die Bodycams für Beschäftigte mit Kundenkontakt bereitstellen will. Einzelne Kliniken testen solche Geräte bereits, etwa das Klinikum Dortmund. Dort sollen Bodycams präventiv wirken und schwierige Situationen deeskalieren. Engehausen bringt auch erneute Einlasskontrollen ins Gespräch, wie es sie in der Pandemie gab.
Die Umfrage zeigt zugleich die wirtschaftliche Belastung der Kliniken. 72 Prozent schlossen 2025 mit einem Fehlbetrag ab, 21,5 Prozent mit einem Überschuss, 6,5 Prozent ausgeglichen. Ein befristeter Rechnungszuschlag des Bundes entlastet zwar, läuft aber im Oktober aus. Nach Einschätzung der BKG bringt die Krankenhausreform keine wirtschaftliche Entlastung, sondern mehr Vorgaben, Bürokratie und höhere Kosten.
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