Mehrsprachige KI aus der Schweiz stärkt digitale Eigenständigkeit im Gesundheitswesen
Die Schweiz entwickelt ein offenes, mehrsprachiges KI-Modell für medizinische Anwendungen. Es wurde von EPFL, ETH Zürich und CSCS entworfen und soll ab Spätsommer 2025 verfügbar sein. Dank Open Source und lokaler Einsetzbarkeit erfüllt es höchste Datenschutzanforderungen. Das Modell könnte zum technologischen Fundament für Spitäler in der Schweiz und Europa werden. Transparent, anpassbar und unabhängig von globalen Cloud-Anbietern.
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Ein Konsortium aus EPFL, ETH Zürich und dem Swiss National Supercomputing Centre entwickelt ein Large Language Model (LLM), das speziell auf die Anforderungen öffentlicher Institutionen zugeschnitten ist. Das mehrsprachige System wird als Open Source inklusive Quellcode, Gewichtungen und Trainingsdaten im Spätsommer 2025 veröffentlicht. Ziel ist der Aufbau einer souveränen, prüfbaren und datenschutzkonformen KI-Infrastruktur, auch für den Einsatz im Gesundheitswesen.
Zwar basiert das Modell nicht auf medizinischen Daten, doch seine Architektur erlaubt eine gezielte Spezialisierung durch medizinische Einrichtungen. Die Entwickler betonen, dass Spitäler damit die Kontrolle über sensible Daten behalten und das System eigenständig prüfen und validieren können. Dies ermöglicht den Einsatz für Diagnoseunterstützung, medizinische Dokumentation oder die interprofessionelle Kommunikation.
Ein entscheidender Vorteil liegt in der Mehrsprachigkeit, denn das Modell versteht über 1.500 Sprachen. Damit eignet es sich besonders für das multikulturelle Umfeld des Schweizer Gesundheitswesens. Es wird in zwei Modellgrößen angeboten (8 und 70 Milliarden Parameter) und kann lokal betrieben werden, ohne Datenübertragung an externe Anbieter.
Trainiert wurde das Modell auf dem Hochleistungsrechner „Alps“ in Lugano unter Einhaltung der Schweizer Datenschutzvorgaben. Es erfüllt zudem die Anforderungen der kommenden europäischen KI-Verordnung. Das Projekt gilt als möglicher Wendepunkt für die Nutzung von KI im Gesundheitswesen. Es verbindet technologische Exzellenz mit Transparenz und digitaler Eigenständigkeit.
medinside.ch
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