Milliardenlücke in der GKV zwingt zu einer Radikal-Reform oder Beitragserhöhung

Den gesetzlichen Krankenkassen droht ab 2027 ein Defizit von über 12 Milliarden Euro. Beitragssteigerungen scheinen unausweichlich. Politiker:innen fordern radikale Strukturreformen, effizientere Verwaltungsstrukturen und eine klare Abgrenzung versicherungsfremder Leistungen. Ein Ausgabenmoratorium und mehr staatliche Zuschüsse stehen zur Debatte.

14. Juli 2025
  • Politik
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Die gesetzlichen Krankenkassen steuern auf ein massives Finanzloch zu. Bereits für das Jahr 2027 prognostizieren Expert:innen ein Defizit von über 12 Milliarden Euro. Um diese Lücke zu schließen, müsste der Beitragssatz auf bis zu 18,3 Prozent steigen. Dieser Anstieg würde nicht nur die Versicherten, sondern auch die Wirtschaft erheblich belasten. Arbeitgeberverbände warnen vor global nicht mehr konkurrenzfähigen Lohnnebenkosten.

Im Zentrum der Debatte steht die Frage nach strukturellen Reformen. CSU-Politiker:innen fordern eine deutliche Reduzierung der aktuell rund 96 gesetzlichen Krankenkassen, um die Verwaltungskosten zu senken. SPD-Vertreter:innen sehen darüber hinaus auch in der Reduzierung medizinisch fragwürdiger Leistungen ein Sparpotenzial.

Ein weiteres zentrales Problem sind die versicherungsfremden Leistungen. Diese belasten die GKV jährlich mit Beträgen in zweistelliger Milliardenhöhe. Forderungen nach einer vollständigen Steuerfinanzierung dieser Leistungen durch den Bund werden lauter. Zudem verlangen mehrere Akteure ein sofortiges Ausgabenmoratorium, um das Ausgabenniveau kurzfristig zu stabilisieren.

Neben der Kostenbremse fordern Expert:innen eine klare Neuausrichtung der Versorgung. Ein verbindliches Primärarztsystem, mehr Prävention und eine Stärkung der Lotsenfunktion von Hausärzt:innen sollen die Effizienz verbessern. Gleichzeitig müssen Gesundheitsleistungen stärker auf Prävention und Früherkennung ausgerichtet werden, um teure Folgekosten zu vermeiden.

Quelle:

bild.de


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