Millionenfälle ambulant: Kliniken müssen jetzt ihre Potenziale kennen

Der neue Hybrid-DRG-Katalog 2026 zwingt Kliniken zur raschen Neubewertung ihrer Strukturen. Ambulante und sektorenübergreifende Leistungen werden ausgeweitet – mit ambitioniertem Ziel: eine Million Fälle jährlich. Wer nicht handelt, verliert Anschluss und Erlöse.

5. Juni 2025
  • Ökonomie


Mit dem aktuellen Beschluss des Bewertungsausschusses liegt der Hybrid-DRG-Katalog 2026 vor – deutlich erweitert und mit Sofortvollzug versehen. Zahlreiche neue Eingriffe, darunter Frakturversorgungen und interventionelle Gefäßtherapien, werden künftig ambulant oder sektorenübergreifend vergütet. Auch stationäre Behandlungen mit kurzer Verweildauer (≤ 2 Tage) fallen unter die neue Regelung. Das politische Ziel ist ambitioniert: eine Million Fälle pro Jahr sollen über das neue Vergütungssystem abgerechnet werden.

Für Kliniken bedeutet dies eine grundlegende Neujustierung der Versorgungspfade. Bestehende Prozesse in OP-Organisation, Nachsorge und Infrastruktur müssen kritisch hinterfragt werden. Die zentrale Frage lautet: Welche Leistungen können wirtschaftlich ambulant erbracht werden – und welche Strukturen sind dafür erforderlich? Entscheidend ist eine fundierte Analyse auf Ebene der Fachabteilungen. Nur wer Fallzahlen, Verweildauern und Erlösstrukturen kennt, kann realistische Potenziale ableiten.

Die Zeit drängt. Der Sofortvollzug lässt keinen Spielraum für Verzögerungen. Häuser, die 2026 strukturiert starten wollen, müssen 2025 strategisch planen: datenbasiert, differenziert und konsequent. Klarheit über das eigene Leistungsspektrum wird zum entscheidenden Erfolgsfaktor in der nächsten Reformetappe.

Quelle:

hcm-magazin.de


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