Münchner Klinikverbund senkt Abmeldequote seiner Notaufnahmen um rund 60 Prozent

Während mehrere Hamburger Notaufnahmen Patienten mangels Stationsbetten nicht verlegen können, senkte der Münchner Klinikverbund MüK seine Abmeldequote nach der Einführung von ZNA20++ um rund 60 Prozent…

23. Oktober 2026
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Mehrere Hamburger Notaufnahmen können Patienten mangels Stationsbetten nicht verlegen. Ein Münchner Klinikverbund zeigt mit seinem Programm ZNA20++, dass sich dieser Übergang steuern lässt.

2025 wurden in Hamburg rund 646.000 Patienten notfallversorgt, etwa 4,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Bei einer Befragung der Deutschen Gesellschaft für Notfallmedizin (DGINA) vom 2. Juni 2026 meldeten acht von neun teilnehmenden Notaufnahmen Probleme bei der Weiterverlegung oder Entlassung. Sieben nannten fehlende Betten auf Normalstationen.

In der Asklepios Klinik Wandsbek sank die Abmeldezeit der Notaufnahme von 104 Stunden im ersten Halbjahr 2025 auf neun Stunden im zweiten Halbjahr. Ob dieser Rückgang mit den Problemen zusammenhängt, lässt sich laut SPD-Gesundheitspolitikerin Claudia Loss nicht klären. Am 8. Dezember 2025 wandten sich 15 Ärzte mit einem Brandbrief an die Klinik- und Konzernführung. Darin heißt es, Patienten mit stationärem Behandlungsbedarf würden teilweise bis zu 24 Stunden auf Notfalltragen versorgt. Asklepios bestreitet, Gewinne zu Lasten der Versorgung zu machen und hat den betreffenden Geschäftsführenden Direktor abberufen. Der damalige Führungsstil sei nach Konzernangaben mitursächlich gewesen.

Der kommunale Verbund München Klinik (MüK) führte im Juni 2025 einheitliche Standards in vier Notaufnahmen ein. Geschulte Pflegekräfte koordinieren als Flowmanager die Versorgung. Die Abmeldequote bei der Rettungsleitstelle sank um rund 60 Prozent, die Verweildauer bis zur Entlassung oder Verlegung halbierte sich und beträgt im Median 2,9 Stunden.

Eine stadtweite Abstimmung ist laut Sozialbehörde aufwendiger, weil 19 Krankenhäuser unterschiedlicher Träger an der Notfallversorgung teilnehmen. Die vom Bundestag am 15. Oktober beschlossene Notfallreform soll 2027 in Kraft treten und rund 750 integrierte Notfallzentren vorsehen.

Quelle:
t-online.de

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