Münchner Start-up Calliora erkennt Kodierungslücken, bevor der Medizinische Dienst prüft
Mit sechs Millionen Dollar Startkapital will das Münchner Start-up Calliora Kliniken per KI vor Abrechnungsfehlern und steigenden Prüfquoten des Medizinischen Dienstes bewahren…
- MD
Das Münchner Start-up Calliora hat in einer ersten Finanzierungsrunde sechs Millionen US-Dollar eingeworben. Zu den Investoren zählen Bertelsmann Healthcare Investments, Redalpine und der frühere Asklepios- und Mediclin-Chef Ulrich Wandschneider. Das Kapital fließt in den Ausbau der Teams für KI, Engineering und Produkt.
Die KI-Plattform führt klinische Dokumentation, KIS-Daten, Kodierung und Prüfverfahren zusammen. Fehlt eine Diagnose in der Kodierung oder ein Nachweis für eine mögliche MD-Prüfung, meldet das System dies dem Klinikteam. Lücken sollen so vor der Rechnungsstellung geschlossen werden.
Eine zweistellige Zahl privater, kirchlicher und öffentlicher Kliniken in fünf Bundesländern nutzt die Plattform nach Unternehmensangaben bereits. Der Aufwand je Fall sei um mehr als die Hälfte gesunken, mehr als 90 Prozent der erkannten Lücken würden vor Rechnungsversand korrigiert.
Zusätzliche Relevanz erhält das Thema durch das im Juli beschlossene GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz. Ab dem kommenden Jahr dürfen Kassen bis zu 40 Prozent der Rechnungen prüfen lassen, wenn der Medizinische Dienst mehr als 35 Prozent beanstandet. Liegt die Beanstandungsquote über 50 Prozent, entfällt jede Obergrenze.
Die Gründer Frederik Träuble und Jonas Wildberger haben am Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme promoviert und waren zuvor bei AWS und GSK tätig. Calliora wurde 2023 gegründet.
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