Multiple Sklerose neu gedacht: KI stellt Subtypen infrage

Eine KI-gestützte Analyse großer MS-Kohorten spricht für ein Krankheitskontinuum statt klarer Subtypen. Das Modell beschreibt Übergänge differenzierter und könnte Prognose und Therapie verbessern…

2. Januar 2026
  • Data und KI
  • Medizin

Die bisherige Einteilung der Multiplen Sklerose in schubförmige und progrediente Verlaufsformen stößt in der Praxis an Grenzen. Schubaktivität und fortschreitende Behinderung überlagern sich häufig, was eine klare Zuordnung erschwert und therapeutische Konsequenzen haben kann.

Ein internationales Forschungsteam hat deshalb mithilfe Künstlicher Intelligenz große klinische Datensätze neu ausgewertet. Grundlage waren Langzeitdaten von mehr als 8.000 Patientinnen und Patienten sowie zehntausende MRT-Aufnahmen. Das eingesetzte Modell identifizierte vier Dimensionen, die den Krankheitszustand beschreiben: körperliche Behinderung, radiologische Krankheitslast, klinische Schübe und subklinische Aktivität.

Auf dieser Basis wird der MS-Verlauf als Kontinuum abgebildet, das von frühen, milden Stadien bis zu fortgeschrittenen Zuständen reicht. Übergänge erfolgen schrittweise und sind eng mit der Akkumulation von Hirnschäden verbunden, auch ohne erkennbare Schübe. Die Ergebnisse sprechen für ein dynamisches Krankheitsverständnis mit Vorteilen für Prognose, Kommunikation und Therapieplanung. Einschränkend weisen die Forschenden auf fehlende biologische Zusatzdaten hin.

Quelle:
medonline.at

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