MVZ-Verband will GKV-Reformen für mehr Ambulantisierung nutzen

Die anstehenden GKV-Strukturreformen sollen aus Sicht des BBMV nicht nur die Finanzen stabilisieren, sondern gezielt mehr Ambulantisierung und belastbare ambulante Strukturen voranbringen…

17. April 2026
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Der Bundesverband der Betreiber medizinischer Versorgungszentren fordert, die anstehenden Strukturreformen der gesetzlichen Krankenversicherung für mehr Ambulantisierung zu nutzen. Der Verband warnt vor einer reinen Finanzkonsolidierung. Die Reformen sollen Leistungen in den ambulanten Sektor verlagern und zugleich dessen Strukturen gezielt stärken.

BBMV-Vorsitzende Sibylle Strauch-Eckmann verlangte dazu in Berlin einen umfassenden „Masterplan Ambulantisierung“. Eine koordinierte Gesamtstrategie fehle bislang. Sie betonte, Ambulantisierung dürfe nicht nur aus den Krankenhäusern heraus gedacht werden. MVZ hätten durch Größe und Struktur gute Voraussetzungen für eine funktionierende intersektorale Versorgung.

Strauch-Eckmann und Gesundheitsökonom Andreas Beivers kritisierten zudem die 66 Empfehlungen der GKV-Finanzkommission. Beide sehen darin keine erkennbare Strategie. Beivers sagte, die Reformbemühungen endeten derzeit an der „dual geförderten Krankenhaustür“. Der ambulante Sektor müsse so gestärkt werden, dass er zusätzliche Fälle tatsächlich aufnehmen kann. Nach Berechnungen des Wissenschaftlichen Instituts der AOK betrifft das bis zu 57 Prozent der heute stationär behandelten Fälle.

Mehrere Beteiligte forderten dafür tragfähige Nachsorgestrukturen und ein ambulantes Entlassmanagement. Joachim Schütz vom Hausärztinnen- und Hausärzteverband drängte außerdem auf einen besseren Datenfluss zwischen ambulantem und stationärem Sektor. DAK-Chef Andreas Storm mahnte, kurzfristige Einsparungen dürften den Strukturwandel nicht behindern. Beim geplanten Primärversorgungssystem hält er eine Umsetzung bis 2028 für sehr unwahrscheinlich.

Quelle:
aerzteblatt.de

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