Rekommunalisierung oder Druck auf Bund und Land? Kandidaten im Schwalm-Eder-Kreis sind uneins
Nach dem Aus der Klinik in Melsungen und der Frauenheilkunde in Schwalmstadt fordern die Landratskandidaten im Schwalm-Eder-Kreis Lösungen. Nur Sebastian Schackert will eine Rekommunalisierung ernsthaft prüfen lassen…
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Die Landratskandidaten im Schwalm-Eder-Kreis streiten über den Umgang mit dem Abbau der Gesundheitsversorgung. Drei von vier Kandidaten sehen die Ursachen vor allem bei Bund und Land, während Sebastian Schackert eine Rekommunalisierung ernsthaft prüfen lassen will.
Luca Fritsch (SPD) teilt die Sorge vor weiteren Einschnitten. Anna Maria Bischof (CDU) betont, dass der Kreishaushalt bereits defizitär ist. Ein Krankenhaus könne der Landkreis deshalb nicht im Alleingang übernehmen, ohne andere Bereiche der Daseinsvorsorge zu gefährden.
Fritsch verweist auf das Land, das für die Krankenhausplanung zuständig ist, und fordert, dass Bund und Land die Finanzierung von Anfang an mitdenken. Bischof sieht die Geburtshilfe chronisch unterfinanziert. Rosalie Bock (Freie Wähler) kritisiert ständig neue Gesetze und die einseitige Fixierung auf Fallpauschalen und fordert seit 2018, dass Land und Bund ihre Verantwortung wieder voll übernehmen.
Fritsch schlägt für Melsungen ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) vor, das die Kassenärztliche Vereinigung derzeit ablehnt. Bischof setzt auf Beteiligungsmodelle und einen Verbund mit dem Hospital zum Heiligen Geist in Fritzlar.
Schackert will den Erwerb von Klinikanteilen, eine kommunale Trägergesellschaft und kommunale MVZ prüfen. Er fordert ein kreisweites Konzept, das Notfallversorgung, Haus- und Fachärzte sowie Frauenheilkunde und Geburtshilfe verbindet. Der Kreis müsse wieder stärker Verantwortung übernehmen und sich an 2023 geschlossene Verträge halten.
Schackert und Bischof sind bereit, mehr Geld zu investieren, wenn ein tragfähiges Konzept vorliegt. Bischof schließt jedoch einen Blankoscheck aus. Schackert will öffentliches Geld an verbindliche Versorgungszusagen knüpfen. Bock hält die Summe für eine isolierte Finanzspritze, die nur Symptome bekämpft.
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