Nach dem IS-H-Aus: Wie SAP den Health-IT-Markt neu aufrollt
SAP kehrt nach dem angekündigten IS-H-Ende mit einer offenen Plattformstrategie und einer Partnerschaft mit dem KIS-Anbieter Avelios Medical in den Klinikmarkt zurück…
- Data und KI
- Digitale Klinik
SAP positioniert sich nach dem angekündigten Wartungsende für IS-H neu im deutschen Klinikmarkt. Eine geplante Nachfolgelösung auf Basis von S/4HANA war zuvor an der Cloud-Skepsis vieler Kliniken gescheitert. Jetzt setzt der Konzern auf ein offenes Ökosystem rund um die SAP Business AI Plattform (BAIP) und gezielte Partnerschaften.
Wichtigster Baustein ist die Zusammenarbeit mit dem Münchner KIS-Anbieter Avelios Medical, in den SAP auch strategisch investiert hat. Thorsten Kampp, Global Head of Healthcare Product Management bei SAP, hebt hervor, das cloudnative System von Avelios sei eine vollständige Neuentwicklung und von Beginn an auf strukturierte medizinische Daten ausgelegt. Bis Jahresende soll die Lösung produktiv auf SAP-Technologie laufen.
Die Partnerschaft ist nicht exklusiv. Über offene Schnittstellen, HL7-FHIR und einen API-Business-Accelerator will SAP allen KIS-Anbietern die Integration ermöglichen. Kampp verweist zudem auf einen „souveränen Stack“ mit eigenen Rechenzentren, der verschiedene Souveränitätsstufen biete.
Der Zeitdruck für Kliniken bleibt hoch. Der kostenfreie IS-H-Support endet 2027, eine kostenpflichtige Verlängerung ist bis 2030 möglich. Danach bietet SAP bis 2033 eine befristete Cloud-Subskription für besonders komplexe ERP-Transformationen an. Hunderte Kliniken, die IS-H zusammen mit i.s.h.med als KIS nutzen, brauchen eine komplette Ablösung. Kampp sieht SAP nicht als Getriebenen und verweist auf wachsende Cloud-Akzeptanz. Mit dem European Health Data Space werde sich die KIS-Welt ohnehin öffnen müssen.
Gebündelt, stets aktuell und immer handverlesen werden alle Neuigkeiten gesammelt und anwenderbezogen aufbereitet.