Neubau oder Sanierung: Kreistag Lindau streitet über Zukunft der Asklepios Klinik
Der Kreistag Lindau diskutiert kontrovers über Neubau oder Sanierung der Asklepios Klinik. Kosten, Standort und Leistungsgruppen sind ungeklärt…
- Politik
- Ökonomie
Die stationäre Versorgung im Landkreis Lindau steht vor grundlegenden Weichenstellungen. Gutachter Dr. Alexander Schmid vom Büro „2perspectives“ bestätigte im Kreistag, dass das Gesundheitsministerium ein Krankenhaus im Landkreis weiterhin für notwendig hält. Welche Leistungen die Asklepios Klinik künftig anbieten kann, ist jedoch offen. Der Freistaat legt die entsprechenden Leistungsgruppen erst bis Jahresende fest.
Als bevorzugte Lösung gilt laut Schmid ein länderübergreifender Neubau, der die Kliniken Lindau und Wangen ersetzen würde. Da Baden-Württemberg bislang nicht zustimmt, verfolgt der Landkreis parallel einen eigenen Klinikneubau. Schmid schätzt dessen Kosten auf 150 Millionen Euro. Die Alternative, eine Generalsanierung des Bestandsgebäudes, würde laut Asklepios-Regionalgeschäftsführer Felix Rauschek rund 40 Millionen Euro kosten, unter anderem für Brandschutz und Belüftung.
Die Standortfrage entzweit den Kreistag. Die Asklepios Klinik liegt am westlichen Rand des Landkreises. Bürger aus Grünenbach benötigen heute 45 Minuten dorthin. Kreisräte aus dem Westallgäu plädieren für einen zentraleren Standort, Vertreter aus Lindau verweisen auf die höhere Bevölkerungsdichte vor Ort. Landrat Elmar Stegmann bat, die Standortdiskussion vorerst zurückzustellen, da zunächst der Bedarf nachgewiesen und die Leistungsgruppen geklärt werden müssen.
Erschwerend kommt hinzu, dass der Landkreis knapp 83.000 Einwohner zählt. Die Geburtenzahl liegt unter 400, jährlich erleiden 140 Menschen einen Herzinfarkt. Zu wenig, um etwa einen Herzkatheter rund um die Uhr zu betreiben. Für den gesamten Prozess von Planung bis Bau rechnet Schmid mit sechs bis acht Jahren. Eine Entscheidung trifft letztlich der Freistaat, der Neubauten derzeit mit 70 Prozent fördert.
Gebündelt, stets aktuell und immer handverlesen werden alle Neuigkeiten gesammelt und anwenderbezogen aufbereitet.