Neubau statt Sanierung: Warum die Mühlenkreiskliniken auf einen Neustart setzen
Die Mühlenkreiskliniken planen einen Umbau ihrer Krankenhauslandschaft für rund 508 Millionen Euro. Bürgerinitiative und Lokalpolitik zweifeln an Finanzierbarkeit und Kostentransparenz…
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Die Mühlenkreiskliniken wollen ihre Standortstruktur grundlegend neu ordnen und dafür rund 508 Millionen Euro investieren. Ob das Projekt finanzierbar und rechtmäßig ist, darüber streiten Klinikleitung, Bürgerinitiative und Lokalpolitik.
Auslöser ist der marode Zustand der bestehenden Häuser. Nickl & Partner Architekten AG stellte 2023 fest, dass eine Sanierung des Krankenhauses Lübbecke wegen veralteter Technik, zu niedriger Deckenhöhen und verflochtener Versorgungsnetze unwirtschaftlich wäre. Zwei Gutachten, darunter eines des Gesundheitsökonomen Prof. Boris Augurzky, empfahlen einen Neubau in Espelkamp.
Konkret sieht der Plan vor, dass das Krankenhaus Rahden geschlossen bleibt, das Krankenhaus Lübbecke schließt und in Espelkamp das neue „Klinikum Lübbecker Land“ entsteht. In Bad Oeynhausen soll das bisherige Krankenhaus als Anbau an die Auguste-Viktoria-Klinik neu gebaut werden. Fertigstellung ist für Espelkamp 2030 geplant, für Bad Oeynhausen 2031. Am 14. September 2026 stimmt der Kreistag über den Baubeschluss ab.
Das Land NRW übernimmt 178 Millionen Euro, rund 30 Millionen stammen aus Baupauschalen, rund 300 Millionen sollen als Kredit aufgenommen werden. Eine Bürgerinitiative beziffert die tatsächlichen Gesamtkosten auf über 800 Millionen Euro und hat Beschwerde beim Kommunalministerium eingelegt. Bürgermeister Philipp Knappmeyer warnt vor Steuererhöhungen und kommunalen Einschnitten. Landrat Ali Doğan hält dagegen: Scheitern die Pläne, bleibe der Kreis auf 19 Millionen Euro Planungskosten sitzen, zuzüglich rund 6 Millionen Euro jährlicher Instandhaltungskosten.
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