Neue Kritis-Vorgaben erhöhen den Druck auf Kliniken bei Technik, Bau und Krisentraining
Werner Frenz fordert für Kliniken schnell umsetzbare Krisenvorsorge: moderne Technik, Übungen, vorrüstbare Flächen und resilientere Lieferketten. Das neue Kritis-Dachgesetz erhöht den Handlungsdruck und legt Mängel bei Investitionen offen…
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Viele Krankenhäuser sind nach Einschätzung von Werner Frenz, Leiter des operativen Marketings Medizintechnik bei Dräger in Deutschland, nicht ausreichend auf Blackouts, Cyberangriffe, Anschläge, Naturkatastrophen oder einen Massenanfall von Verletzten vorbereitet. Das neue Kritis-Dachgesetz verschärft den Handlungsdruck, weil Kliniken jetzt nicht nur digitale Risiken absichern, sondern auch Gebäude, Prozesse und andere Teile ihrer physischen Infrastruktur schützen müssen.
Frenz sieht den größten Engpass beim Investitionsstau. Die Bundesländer kommen ihrer Investitionsverpflichtung aus seiner Sicht seit Jahren nicht ausreichend nach. Viele Kliniken arbeiten deshalb mit 15 bis 20 Jahre alter Technik. Diese Geräte integrieren oft keine Schutzmechanismen gegen Cyberangriffe, bleiben teils nicht netzwerkfähig und halten Ransomware-Angriffen kaum stand.
Frenz fordert deshalb eine konsequente Modernisierung. Wo Kliniken Technik nicht sinnvoll erweitern können, sollten sie Geräte austauschen. Neue Systeme sollten verschlüsselte, standardisierte Schnittstellen nutzen und auch offline weiterarbeiten können.
Als zweites Defizit nennt er fehlende Vorbereitung auf MANV-Lagen. Kliniken sollten Flächen, Strom- und Gasversorgung so planen, dass sie Stationen im Ernstfall schnell in Intensivbereiche umwandeln können. Regelmäßige Übungen, Multiplikatoren-Schulungen und resilientere Lieferketten gehören für ihn ebenfalls zur Krisenvorsorge.
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