Neue Software, alte Probleme: Bürokratie frisst Reformnutzen
Statt Digitalisierung zu fördern, zwingt die Reform Krankenhäuser in ein Datenkorsett. Neue Software, unklare Vorgaben und fehlende Anschlussfinanzierung bedrohen die Fortschritte aus dem KHZG. Die Reform ist ein Bürokratie-Booster mit zweifelhaftem Nutzen.
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Die Krankenhausreform verspricht Qualität, bringt jedoch vor allem eines: Bürokratie. Krankenhäuser müssen künftig mehr Daten melden, obwohl die Vorteile unklar bleiben. Der neue Leistungsgruppen-Grouper ist verspätet, die Software unausgereift. Datenübermittlungen für den Klinik-Atlas und die Leistungsgruppen fordern Ressourcen, ohne den Versorgungsalltag zu verbessern. Besonders kritisch: die fehlende Anschlussfinanzierung der im Rahmen des Krankenhauszukunftsgesetzes (KHZG) angeschafften digitalen Systeme. Abo-Modelle treiben die laufenden Kosten hoch, eine Refinanzierung fehlt. Kliniken droht ab 2026 ein digitaler Rückbau. Die Reform etabliert ein aufwändiges Berichtswesen, ohne den Nutzen zu prüfen. Die Pflicht zur minutengenauen Zuordnung von ärztlicher Leistung überfordert die Häuser und verschärft Fehlanreize. Auch bei Telemedizin oder DEMIS-Schnittstellen zeigt sich: Technisch machbar, aber finanziell ausgebremst. Die Digitalisierung gerät ins Stocken – nicht wegen fehlender Technik, sondern wegen schlechter Rahmenbedingungen. Was als Fortschritt gedacht war, droht zur Belastung zu werden…
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