Neuer Public-Health-Index zeigt massiven Präventionsrückstand in Deutschland
Der neue Public-Health-Index zeigt deutliche Defizite in der deutschen Präventionspolitik und fordert zum Handeln auf…
- Politik
Der erstmals vorgestellte Public Health Index bewertet die Umsetzung wirksamer Präventionsmaßnahmen in 18 europäischen Staaten. Deutschland erreicht nur Platz 17 und zeigt in den Bereichen Tabak, Alkohol und Ernährung erhebliche Rückstände. Lediglich im Feld Bewegung erzielt Deutschland einen mittleren Wert. Fachleute wie die AOK-Bundesverbandschefin Carola Reimann warnen vor zunehmenden Erkrankungsjahren jüngerer Erwachsener und sehen ungenutzte Potenziale im Gesundheitsschutz. DKFZ-Vorstand Michael Baumann verweist auf die hohe Zahl vermeidbarer Krebsfälle und fordert verbindliche Standards, etwa in Schulen. Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft und Ärzteschaft kritisieren fehlende Regulierungen und verweisen auf starke Lobbyeinflüsse. Laut Mitautor Oliver Huizinga setzt Deutschland kaum jene Maßnahmen um, deren Wirksamkeit gut belegt ist, darunter höhere Preise, Werbeeinschränkungen und klare Vorgaben in der Ernährungsumgebung. Ein erweiterter Index soll 2027 folgen.
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