Neumeyer: Bürokratie abbauen, Versorgung sichern: Kliniken brauchen mehr Freiräume
Prof. Henriette Neumeyer (DKG) rechnet mit der aktuellen Krankenhauspolitik ab: Zu viele unklare Regeln, zu wenig Zielorientierung. Der Grouper sei ungeeignet, Bürokratie lähme das System. Die DKG fordert eine neue Balance – mit Augenmaß, Freiräumen und echter Outcome-Orientierung.
- Politik
Die stellvertretende DKG-Vorstandsvorsitzende Henriette Neumeyer kritisiert im Interview die Umsetzung der Krankenhausreform scharf. Der gesetzlich vorgesehene Leistungsgruppen-Grouper führe zu willkürlichen Zuordnungen und wachsender Unsicherheit in der Versorgung. Die Politik verliere sich in immer kleinteiligeren Vorschriften, ohne praxistaugliche Lösungen zu liefern. Eine zukunftsfeste Versorgung brauche stattdessen eine klare Zielorientierung und Gestaltungsspielräume für Kliniken vor Ort. Neumeyer warnt vor überzogenen Personalanforderungen, die mangels Fachkräften unerfüllbar bleiben. Die Folge: realitätsferne Standards und eine Verschärfung der Versorgungsengpässe. Der Bürokratieabbau müsse endlich ernst genommen werden. Allein eine Stunde weniger Dokumentation pro Tag könne zehntausende Fachkräfte für die Versorgung freisetzen. Mit Blick auf Resilienz und Ambulantisierung fordert sie machbare Konzepte statt struktureller Überforderung. Die Finanzierung müsse verlässlich, die Qualität messbar und patientenorientiert werden. Nur so lasse sich das Vertrauen in die Reform zurückgewinnen…
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