Führungskultur im Krankenhaus: Warum Orientierung wichtiger ist als Gewissheit

Ständig wechselnde Gesundheitspolitik lässt Klinikmanager ohne verlässliche Planungsgrundlage. Was Kliniken von Tech-Unternehmen in Sachen Führungskultur in dieser Situation lernen können, diskutiert Christian Dreißigacker, Vorsitzender der Geschäftsführung am BG Klinikum Unfallkrankenhaus Berlin…

20. August 2026
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Nichtstun ist die riskanteste Option für Krankenhausmanager in der aktuellen Reformphase. Das ist die zentrale These des Kommentars von Christian Dreißigacker, Vorsitzender der Geschäftsführung am BG Klinikum Unfallkrankenhaus Berlin.

Ständig wechselnde gesundheitspolitische Rahmenbedingungen und fehlende Planungssicherheit lassen selbst erfahrene Klinikchefs derzeit ratlos zurück. Mitarbeitende beobachten das politische Hin und Her bei Sparpaketen und erwarten von ihren Vorgesetzten trotzdem Orientierung, auch wenn diese selbst noch keine abschließenden Antworten haben.

Als Orientierungsrahmen empfiehlt Dreißigacker den Blick auf Technologieunternehmen. Sie haben gelernt, übergeordnete Ziele klar zu definieren, die Umsetzung dezentral zu gestalten, Experimente zuzulassen und eine offene Fehlerkultur zu etablieren.

Eine belastbare Führungskultur im Krankenhaus zeigt sich nicht in ruhigen Zeiten, sondern genau dann, wenn eindeutige Antworten fehlen. Für Kliniken bedeutet das: Werte, Patientenorientierung und Qualitätsanspruch als stabile Konstanten halten und Mitarbeitende aktiv in Problemlösungsprozesse einbinden. Das stärkt laut Dreißigacker Motivation und Veränderungsbereitschaft. Vertrauen entsteht nicht durch das Vorgeben von Gewissheit, sondern durch die Fähigkeit, auch unter schwierigen Bedingungen den nächsten richtigen Schritt zu finden.

Quelle:
kma-online.de

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