Nordrhein-Westfalen fördert KI-Netzwerk gegen Krebs mit 200 Millionen Euro

Mehrere NRW-Universitätskliniken entwickeln im Netzwerk AI4CancerCure.NRW, das vom Land mit 200 Millionen Euro gefördert wird, KI-Anwendungen für die Onkologie, etwa zur personalisierten Früherkennung…

29. Oktober 2026
  • Data und KI

Früherkennung häufiger Krebserkrankungen soll personalisiert werden. AI4CancerCure.NRW verbindet KI-Entwicklung mit den großen Patientenkohorten der NRW-Universitätskliniken. Das Land fördert es mit 200 Millionen Euro.

Etablierte Programme betreffen Brustkrebs, kolorektale Karzinome, Prostatakarzinom und Lungenkrebs. Die Inanspruchnahme ist unbefriedigend, der Nutzen im Vergleich zum Aufwand moderat. Martin Schuler nennt vielschichtige Ursachen, darunter die überwiegend grobe Definition der Risikopopulationen und starre Untersuchungsintervalle.

Einladungen sollen in persönlich angepassten Intervallen und mit höherer Prätestwahrscheinlichkeit erfolgen. Das vermeidet Belastungen durch Untersuchungen mit vernachlässigbarer Aussicht auf positive Befunde und reduziert das Risiko von Intervallkarzinomen. Ziel sind höhere Akzeptanz und Ressourcenschonung.

Neue Methoden sollen mit niederschwelligen Biomarkeruntersuchungen den Einsatz bildgebender Diagnostik verringern und die Präzision von Biopsien und Lokaltherapien erhöhen. Ein Fernziel ist die Bereitstellung von Hinweisen zur personalisierten Interzeption, um Krebsentstehung zu vermeiden.

Michael Hölzel konzentriert sich auf KI-gestützte Wirkstoffentwicklung. Das Center for AI-Designed Therapeutics and Diagnostics bündelt diese Aktivitäten, getragen vom Universitätsklinikum Bonn, der Universität Bonn und dem Lamarr-Institut für Maschinelles Lernen und Künstliche Intelligenz, einem der sechs nationalen KI-Kompetenzzentren.

Alleinstellungsmerkmal ist ein breites Spektrum chemischer und biologischer Wirkstoffe, von synthetischen Molekülen und Peptiden bis zu Miniproteinen und Antikörpern. Generative KI und Hochleistungsrechner entwerfen neue Kandidaten, die im Labor hergestellt und geprüft werden. Erste Proof-of-Concept-Projekte belegen Potenzial.

Die Vision verbindet KI-basiertes Design, experimentelle Krebsforschung und klinische Evaluation, um die Medikamentenentwicklung zu beschleunigen. Dafür braucht es internationale Exzellenz über Fachgrenzen. Die Zusammenarbeit mit der Pharmaindustrie bei Herstellung, Skalierung und Zulassung ist entscheidend.

Netzwerk und Bonner Zentrum sollen den akademisch-industriellen Austausch stärken, Ausgründungen und Technologietransfer fördern und den Pharmastandort weiterentwickeln.

Quelle:
aerzteblatt.de

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