Notaufnahmen bleiben der größte Streitpunkt bei der Umwandlung kleiner Kliniken in Bayern
Die bayrische Staatsregierung und Krankenhausträger wollen kleine Kliniken erhalten und in sektorenübergreifende Versorgungseinrichtungen mit kleinerem Basisangebot umwandeln, doch die Schließung bestehender Notaufnahmen bleibt umstritten…
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Bayern will kleine Kliniken in ländlichen Regionen mit einem neuen Modell erhalten. Staatsregierung und Krankenhausträger setzen auf sektorenübergreifende Versorgungseinrichtungen, die stationäre, ambulante und pflegerische Angebote verbinden.
Voraussichtlich greift in Bayern ein Konzept von Krankenkassen und Krankenhausträgern. Kleine Kliniken werden dabei in Zentren mit kleinerem Basisangebot und geringerer Bettenzahl umgewandelt. Im Gespräch sind bis 20 solcher Umwandlungen mit maximal 30 bis 50 Betten.
Gesundheitsministerin Judith Gerlach hält Umstrukturierungen im Zuge der Krankenhausreform für unvermeidbar. Der Klinikträger kann die Zentren laut Roland Engehausen, Geschäftsführer der Bayerischen Krankenhausgesellschaft, weiterhin Krankenhaus nennen. Für die Träger bringt das Modell eine besser planbare Finanzierung.
Die Zentren sollen die Versorgung im ländlichen Raum trotz finanzieller Schwierigkeiten und eines steigenden Fachkräftemangels sichern. Laut Engehausen entstehe dort mehr Zeit für Patienten und weniger Druck zu frühzeitigen Entlassungen. In einer älter werdenden Gesellschaft könne die Verbindung mit Pflege- und Reha-Angeboten ein Fortschritt sein.
Das Vorhaben birgt vor Ort Konfliktstoff, räumt Engehausen ein. Besonders umstritten ist die Schließung bestehender Notaufnahmen. Gerlach betont, dass die Sicherstellung der Notfallversorgung geklärt sein muss. Notfallangebote können nur eingestellt werden, wenn eine andere Klinik mit vergleichbaren Angeboten in angemessener Zeit erreichbar ist und die zusätzlichen Patienten tatsächlich versorgen kann.
Viele Mediziner kleiner Kliniken engagieren sich nebenbei im Notarztdienst, in den neuen Zentren gäbe es jedoch weniger ärztliches Personal. Das Ministerium will die Lage beobachten und notfalls Konsequenzen ziehen.
Schwere Notfälle bringen Rettungswagen und Rettungshubschrauber laut Krankenhausgesellschaft in größere, entferntere Kliniken. Leichtere Notfälle könnten künftig auch die neuen Zentren anfahren.
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