Nur jeder Fünfte zufrieden: Forsa-Umfrage offenbart Vertrauenskrise der Gesundheitspolitik

Laut einer Forsa-Umfrage sind nur 20 Prozent der gesetzlich Versicherten mit der Gesundheitspolitik der Bundesregierung zufrieden. Die Innungskrankenkassen fordern Strukturreformen, das beschlossene Sparpaket verschiebt die Lasten vor allem auf Versicherte…

20. August 2026
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Die gesetzliche Krankenversicherung steckt in einer tiefen Vertrauenskrise. Laut einer gestern von den Innungskrankenkassen (IKK e.V.) vorgestellten Forsa-Umfrage sind nur noch 20 Prozent der rund 74 Millionen gesetzlich Versicherten mit der Gesundheitspolitik der Bundesregierung zufrieden oder sehr zufrieden.

Die finanzielle Lage ist ernst, denn die Leistungsausgaben der Kassen stiegen 2025 auf gut 336 Milliarden Euro, im ersten Quartal 2026 legten sie um weitere acht Prozent zu. Bis 2027 fehlen den Kranken- und Pflegekassen laut Bundesgesundheitsministerium rund 30 Milliarden Euro. Allein um den Zusatzbeitrag auf dem aktuellen Durchschnittsniveau von 2,9 Prozent zu halten, wären 2027 Einsparungen von fast 19 Milliarden Euro nötig.

Das am 10. Juli von Bundestag und Bundesrat verabschiedete GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz setzt auf höhere Zuzahlungen, niedrigere Festzuschüsse beim Zahnersatz und Einschränkungen bei der beitragsfreien Familienversicherung. Ab 2028 zahlen viele Haushalte einen Aufschlag von 2,5 Prozentpunkten, ohne Arbeitgeberbeteiligung. VdK-Präsidentin Verena Bentele kritisiert, dass damit vor allem Menschen belastet werden, die unbezahlte Sorgearbeit geleistet haben.

Neuer Gesundheitsminister ist seit wenigen Wochen Carsten Linnemann (CDU), Nachfolger von Nina Warken. Linnemann bat öffentlich um Einarbeitungszeit. Die IKK e.V. nutzt die Pressekonferenz in Berlin gestern, um konkrete Reformvorschläge vorzulegen und den Druck auf die Politik zu erhöhen. Der reguläre Bundeszuschuss an die Kassen soll 2027 von 14,5 auf 13,15 Milliarden Euro sinken, während die Ausgaben weiter steigen.

Quelle:
fr.de

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