Offener Brief an das BMG: Ambulante Operateure kritisieren Vergütung und Strukturreform
Der BAO kritisiert den Referentenentwurf zum ambulanten Operieren scharf. Der Verband warnt vor sinkender Vergütung, wirtschaftlichem Druck auf OP-Zentren und neuen Versorgungsengpässen für Patienten…
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Der Bundesverband für Ambulantes Operieren (BAO) lehnt den Referentenentwurf zu Struktur und Finanzierung ambulanter Operationen entschieden ab. In einem offenen Brief an Bundesgesundheitsministerin Nina Warken warnt der Verband vor Versorgungsmangel, wirtschaftlichem Druck auf ambulante OP-Strukturen und einer Verlagerung bisher ambulanter Leistungen zurück ins Krankenhaus.
Nach Angaben des BAO tragen 3000 ärztliche Mitglieder aus assoziierten Verbänden den Protest mit. Der Verband beschreibt das ambulante Operieren in Kliniken und in selbstständigen vertragsärztlichen Einrichtungen bereits heute als unterfinanziert. Er verweist auf steigende Bereitstellungskosten, vor allem für Personal und Energie, sowie auf eine wachsende Zahl von Insolvenzen und Schließungen ambulanter OP-Zentren.
Kritisch bewertet der BAO vor allem die Einschätzung im Referentenentwurf, wonach Hybrid-DRG für bislang ambulant erbrachte Leistungen tendenziell übervergütend seien. Der Verband hält diese Sicht für fachlich falsch, weil der Entwurf nach seiner Darstellung Bereitstellungs- und Sachkosten nicht ausreichend berücksichtigt. Er warnt deshalb vor einer Absenkung der Vergütung ambulanter Operationen.
Hinzu kommt aus Sicht des BAO, dass extrabudgetäre Vergütungsanteile zurückgehen und budgetierte Gesamtvergütungen an ihre Stelle treten sollen. Zusammen mit geplanten Kurzlieger-DRG für Krankenhäuser entstehe so ein Wettbewerbsnachteil für niedergelassene Operateure und Anästhesisten. Der Verband verweist auf 6 Mio. Eingriffe pro Jahr, die ambulante Fachärzte und spezialisierte Anästhesisten derzeit erbringen. Er bietet dem BMG Gespräche an, um einen drohenden Versorgungsnotstand zu verhindern.
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