OpenAI bekundet Interesse an Googles Browser
Im US-Kartellverfahren gegen Google bekundet OpenAI Interesse an Chrome. Ziel: Stärkung der KI-basierten Websuche. Google blockiert bisherige Kooperationsversuche. Ein möglicher Verkauf von Chrome könnte die Machtverhältnisse im Suchmarkt grundlegend neu ordnen.
- IT
Im laufenden Kartellverfahren gegen Google hat OpenAI überraschend Interesse an einer Übernahme des Chrome-Browsers bekundet. Der Hintergrund: Das US-Justizministerium prüft wettbewerbsfördernde Maßnahmen, nachdem Google wegen Monopolmissbrauchs verurteilt wurde. Chrome ist der meistgenutzte Browser der Welt und gilt als strategisch wichtiger Einstiegspunkt in die Websuche – ein Bereich, auf den OpenAI mit seiner KI-Anwendung ChatGPT dringend angewiesen ist.
Nick Turley, Produktmanager von ChatGPT, erklärte vor Gericht, wie sehr Googles Dominanz den Zugang zu aktuellen Suchdaten einschränkt und die Weiterentwicklung von KI-Anwendungen behindert. Ein Kauf von Chrome könnte OpenAI mehr Unabhängigkeit bringen und eine tiefere Integration von KI-Suchfunktionen ermöglichen.
Bereits 2023 hatte OpenAI versucht, Googles Suchtechnologie zu lizenzieren – ohne Erfolg. Derzeit nutzt ChatGPT Microsofts Bing, was laut OpenAI nicht ausreicht. Die Übernahme von Chrome würde nicht nur die eigene Technologie voranbringen, sondern könnte auch den Wettbewerb auf dem Suchmaschinenmarkt neu beleben.
Google hat bisher keine Verkaufsbereitschaft signalisiert und will in Berufung gehen. Dennoch markiert das Verfahren einen Wendepunkt in der Auseinandersetzung zwischen Big Tech und KI-Innovatoren – mit potenziellen Folgen für das gesamte digitale Ökosystem.
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