Organspenderegister bleibt digitale Geisterstadt

Trotz breiter Zustimmung bleibt das Organspenderegister fast leer. Kaum jemand dokumentiert seine Entscheidung digital. Technische Barrieren, kulturelle Tabus und fehlende Normalität prägen das deutsche Organspendesystem – mit spürbaren Folgen für die Wartelisten.

28. März 2025
  • Medizin
  • Politik


Das deutsche Organspenderegister verfehlt sein Ziel deutlich. Weniger als ein Prozent der rund 60 Millionen potenziellen Nutzerinnen und Nutzer haben bisher ihre Entscheidung zur Organspende dokumentiert. Die Gründe dafür sind vielfältig. Der Zugang zum Register erfordert einen Personalausweis mit Online-Funktion und PIN – eine Hürde, die viele nicht überwinden. Hinzu kommt eine tief verwurzelte Scheu, sich mit dem eigenen Tod auseinanderzusetzen. In Deutschland fehlt eine gelebte Organspendekultur, wie sie in anderen Ländern längst etabliert ist.

Am Beispiel Nordrhein-Westfalen wird das Dilemma deutlich: Hier warten über 1.800 Menschen auf ein Spenderorgan, darunter 58 Minderjährige. Zwar ist die grundsätzliche Zustimmung zur Organspende hoch, aber nur knapp die Hälfte der Bevölkerung besitzt einen ausgefüllten Spenderausweis. Der Anstieg der Transplantationen um gerade einmal 14 Eingriffe zeigt: Zwischen Einstellung und Handeln klafft noch eine große Lücke…

Quelle:

tagesschau.de


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