Persönlichkeit prägt Pflegealltag stärker als gedacht

Studien zeigen deutliche Zusammenhänge zwischen Persönlichkeit, Belastung und Kompetenz in der Pflege. Besonders stabile Charakterzüge stärken den Berufsalltag…

11. Dezember 2025
  • Pflege

Pflegefachpersonen arbeiten in einem Umfeld mit hoher fachlicher Dichte und starkem emotionalem Druck. Mehrere Studien untersuchen, wie ihre Persönlichkeitsstruktur den Berufsalltag prägt. Grundlage ist meist das Big-Five-Modell. Es beschreibt fünf zentrale Dimensionen: Gewissenhaftigkeit steht für strukturiertes, zuverlässiges Handeln. Verträglichkeit umfasst Empathie und Kooperationsbereitschaft. Offenheit beschreibt Neugier und Lernfreude. Extraversion steht für Kontaktfreude und Durchsetzungsfähigkeit. Neurotizismus meint eine erhöhte Stress- und Krisenanfälligkeit. Bei Pflegefachpersonen zeigen sich besonders Verträglichkeit, Gewissenhaftigkeit und Offenheit häufig ausgeprägt. Ein niedriger Neurotizismuswert schützt eher vor Überlastung. Studien belegen, dass diese Merkmale einen relevanten Anteil der Unterschiede in Work-Life-Balance und Burnout-Risiko erklären. Perfektionismus und starkes Harmoniebedürfnis erhöhen unter Zeitdruck und Personalmangel das Risiko für Erschöpfung. Weitere Ergebnisse zeigen, dass Gewissenhaftigkeit, emotionale Stabilität und hohe emotionale Intelligenz mit einer stärkeren wahrgenommenen beruflichen Kompetenz verbunden sind. Persönlichkeit erklärt das Belastungserleben jedoch nur teilweise. Arbeitsbedingungen, Teamkultur und Unterstützungsangebote bleiben ebenso entscheidend.

Quelle:
rechtsdepesche.de

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