Pflegeapp „Helpchat“: Drei Kliniken in Mecklenburg-Vorpommern testen digitalen Patientenruf
Drei Kliniken in Mecklenburg-Vorpommern testen seit dem 2. September die App „Helpchat“, über die Patienten ihre Bedürfnisse direkt an Pflegekräfte übermitteln können…
- Data und KI
Seit dem 2. September 2026 erproben die Universitätsmedizinen Greifswald und Rostock sowie das Kreiskrankenhaus Wolgast die Patientenruf-App „Helpchat“ im Rahmen des Projekts EDITCare. Ziel ist es, Pflegekräfte zu entlasten und die Bedürfnisse von Patienten effizienter zu erfüllen.
Über ein grafisches Auswahlmenü können Patienten konkrete Anliegen übermitteln. Von der Bestellung eines Glases Wasser über Hilfe beim Umpositionieren bis zur Meldung einer durchgelaufenen Infusion. Die Anfragen erscheinen direkt auf dem PC im Stationszimmer und lassen sich Pflege- oder Servicekräften zuordnen. Dadurch entfällt mindestens ein Gang ins Patientenzimmer. Die klassische Bettklingel wird nicht ersetzt, sondern ergänzt. Einen zusätzlichen Nutzen bietet die App für Patienten, die vorübergehend nicht sprechen können, etwa nach einer Luftröhren-OP.
An dem Pilotversuch nehmen insgesamt 15 Stationen teil, darunter zehn in Greifswald, drei in Rostock und zwei in Wolgast. Projektkoordinatorin Franka Mühlichen hebt hervor, dass unnötige Alarme und Laufwege durch das System entfallen.
Das Projekt wird wissenschaftlich begleitet durch Interviews und Befragungen zu Kommunikation, Pflegequalität, Stressbelastung und Zufriedenheit. Projektpartner sind neben den drei Kliniken die Techniker Krankenkasse, die Rostocker Firma Medventi GmbH als App-Anbieter sowie das Institut für angewandte Versorgungsforschung (inav). Prof. Karlhans Endlich, Wissenschaftlicher Vorstand der Unimedizin Greifswald, sieht in EDITCare ein Modell, das den Stationsalltag nachhaltig verändern könnte. Finanziert wird das Projekt durch den Innovationsausschuss des Gemeinsamen Bundesausschusses. Die Auswertung ist für 2027 geplant, mit dem Ziel, das System in die Regelversorgung zu überführen.
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