Reformdruck und Finanzlücke: Warum vielen Häusern die Luft ausgeht
Steigende Personalkosten, fehlende Refinanzierung und strukturelle Überkapazitäten bringen viele Kliniken 2025 in die Verlustzone. Reform, Preislogik und Pflegebudget stehen auf dem Prüfstand…
- Ökonomie
Mehr als 50 Prozent der Krankenhäuser rechnen 2025 mit einem negativen Jahresergebnis. Auswertungen von über 60 Kliniken in Nordrhein-Westfalen zeigen, dass 58 Prozent das Leistungsniveau von 2019 noch nicht wieder erreicht haben. Gleichzeitig steigen die Personalkosten deutlich stärker als der Landesbasisfallwert.
Zwischen 2022 und 2025 klafft nach Berechnungen der Autoren eine Finanzierungslücke von rund 4 Prozent. Ein befristeter Rechnungszuschlag mildert das Problem bis 2026, löst es aber nicht dauerhaft.
Das Pflegebudget ist seit 2020 im Durchschnitt um 10 Prozent pro Jahr gestiegen. Rund 5.000 zusätzliche Vollzeitkräfte in der Pflege bedeuten ein Plus von 36 Prozent. Die Maßnahme entlastet das Personal, verschärft aber die Finanzlage.
Als Lösungswege nennt Prof. Dr. Martin Eversmeyer in seinem Beitrag eine gesetzliche Anpassung der Preisobergrenzen ab 2027, eine gezielte Steuerung des Pflegebudgets, strukturelle Anpassungen durch die Krankenhausreform sowie den Abbau von Überkapazitäten und stärkere Ambulantisierung. Hier bedarf es allerdings einer entsprechenden Anschubfinanzierung.
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