Pflegebudget-Deckelung und erweiterter MD-Prüfauftrag treffen Kliniken am härtesten

Das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz kostet Kliniken 2027 im Schnitt 2,7 Millionen Euro, somatischen Häusern insgesamt 4,1 Milliarden Euro. Ab 2028 droht eine noch höhere Belastung…

24. Juli 2026
  • Ökonomie

Somatische Krankenhäuser stehen 2027 vor Mindereinnahmen von insgesamt 4,1 Milliarden Euro, psychiatrische Einrichtungen vor weiteren 0,45 Milliarden Euro. Das zeigen Berechnungen der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Curacon auf Basis des Kabinettsentwurfs vom April 2026. Spätere Gesetzesänderungen sind in der Simulation nicht enthalten.

Pro Haus ergibt sich im Schnitt ein Rückgang von 2,7 Millionen Euro. Grundlage: Kliniken verlieren rund 200 Euro je Case-Mix-Punkt. Bei durchschnittlich 13.250 Case-Mix-Punkten pro Jahr entspricht das einem Umsatzrückgang von rund 3,2 Prozent. Curacon-Experte Robert Orsag betont, die konkreten Effekte hingen vom Leistungsprofil, dem Case-Mix und der Qualität der Rechnungstellung ab. Ab 2028 werde die Belastung noch höher ausfallen.

Die größten Einsparposten sind die Deckelung des Pflegebudgets und neue Regelungen zur Grundlohnrate, die mit zwei Milliarden Euro zu Buche schlagen und der erweiterte Prüfauftrag des Medizinischen Dienstes mit weiteren 1,6 Milliarden Euro.

Agaplesion-Vorstandsvorsitzender Dr. Markus Horneber bewertet das Gesetz als ersten Schritt in die richtige Richtung. Er begrüßt die Abschaffung der Pflegepersonalregelungen PPR 2.0 und der Pflegepersonaluntergrenzen als Qualitätskriterium hät einen gut konzipierten Prüfrahmen mit Sanktionen für notwendig. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft warnt dagegen vor einem kalten Strukturwandel, Klinikschließungen und dem Abbau tausender Stellen ab 2027.

Quelle:
aerzteblatt.de

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