Pflegekammer NRW kämpft zwei Jahre nach Gründung noch immer mit Registrierungslücken
Knapp zwei Jahre nach ihrer Gründung haben erst 125.000 der rund 270.000 Mitglieder der Pflegekammer NRW ihre Registrierung vollständig abgeschlossen. Der Jahresbeitrag von 20 Euro soll langfristig auf bis zu 60 Euro steigen…
- Pflege
- Politik
Die Pflegekammer Nordrhein-Westfalen zählt rund 270.000 gesetzliche Mitglieder, doch Ende Juli 2026 haben erst 125.000 Pflegefachpersonen ihre Daten vollständig hinterlegt. Geschäftsführerin Anja Wiedermann erklärt die Differenz mit der rechtlichen Trennung zwischen automatischer Mitgliedschaft nach dem Heilberufsgesetz NRW und der darüber hinaus erforderlichen vollständigen Anmeldung, für die zusätzliche Angaben wie Tätigkeitsbereich, Weiterbildungsbezeichnungen und eine Kopie der Berufszulassung notwendig sind.
Die Kammer reagiert mit einer Anmeldungsoffensive, um die rund 145.000 Mitglieder mit unvollständigen Datensätzen direkt anzusprechen. Die vollständige Registrierung ist auch für die Kammerwahl 2027 relevant, da sie die Grundlage für die Zuordnung zu Wahlgruppen bildet.
Beim ersten verpflichtenden Beitragsbescheid liegt die Widerspruchsquote nach Angaben Wiedermanns bei rund einem Prozent. Häufige Rückfragen betreffen die Unterscheidung zwischen Mitgliedschaft und Beitragspflicht. Letztere ist an die tatsächliche Berufsausübung gekoppelt und entfällt etwa bei Berufsausstieg oder Renteneintritt.
Der aktuelle Jahresbeitrag von 20 Euro wurde als Einstiegsbeitrag für die Aufbauphase festgelegt. Wiedermann kündigt an, dass dieser Betrag langfristig nicht ausreichen wird. Die Kammer plant eine Erhöhung auf maximal 60 Euro jährlich. Die Anschubfinanzierung des Landes läuft Ende 2027 aus.
Rund 20.000 Menschen haben eine Petition gegen die Pflegekammer unterzeichnet. Wiedermann verweist auf die Kammerwahl 2027 als zentrales demokratisches Instrument zur Mitgestaltung. Als konkrete Ergebnisse der bisherigen Kammerarbeit nennt sie die Berufsordnung mit erstmals verbindlichen beruflichen Standards sowie die Kampagne #nichtdeinjob, die Pflegefachpersonen über den Schutz ihrer professionellen Rolle informiert.
Gebündelt, stets aktuell und immer handverlesen werden alle Neuigkeiten gesammelt und anwenderbezogen aufbereitet.