Pharmaindustrie im Aufwind – Ausgabenbremse bleibt aus
Die Koalitionspläne beflügeln die Pharmaindustrie – klare Standortvorteile inklusive. Krankenkassen wie die AOK begrüßen Entlastungen, vermissen aber schmerzlich Ausgabenbremsen. Besonders im Arzneimittelbereich bleibe die dringend nötige Kostenkontrolle auf der Strecke.
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Das Gesundheitspapier der künftigen Koalition sorgt für Aufbruchstimmung in der Pharmaindustrie. Die Branche sieht sich als Schlüsselindustrie bestätigt. Der Bundesverband der pharmazeutischen Industrie (BPI) fordert nun eine entsprechende Verankerung im Koalitionsvertrag – nicht durch Subventionen, sondern durch innovationsfreundliche Rahmenbedingungen. Für die AOK-Gemeinschaft enthält das Papier ebenfalls positive Signale: Die Erhöhung der Bürgergeld-Pauschalen und die Rückzahlung pandemiebedingter Kosten werden als überfällig gewertet. Kritik übt AOK-Vorstand Carola Reimann allerdings am fehlenden Willen zur Ausgabendisziplin. Weder im Facharztbereich noch bei Arzneimitteln seien Sparmechanismen erkennbar. Statt Strukturkontrolle sieht die AOK einseitige Öffnungen zulasten der Beitragszahlenden. Das Fazit: Rückenwind für die Industrie, aber fehlende Steuerung bei den Ausgaben. Ein Gleichgewicht zwischen Innovationsförderung und Finanzverantwortung bleibt aus Sicht der Kassen weiter offen…
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