Primärarztsystem als Schlüssel: Schreyögg skizziert Weg zur GKV-Stabilisierung
Die neue Bundesregierung steht vor gewaltigen Herausforderungen. Prof. Schreyögg fordert klare Ausgabenkontrolle, strukturelle Reformen und ein Primärarztsystem. Bei der Krankenhausreform warnt er vor Streuverlusten. Die GKV braucht mehr als Geld, sie braucht System.
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Prof. Dr. Jonas Schreyögg warnt vor einem drohenden Finanzkollaps der gesetzlichen Krankenversicherung und fordert eine entschlossene Konsolidierungspolitik. Statt die Einnahmenseite weiter zu belasten, plädiert der Gesundheitsökonom für strikte Ausgabenkontrolle. Preismoratorien, dynamisierte Zuzahlungen und ein sektorübergreifendes Globalbudget könnten kurzfristig entlasten. Im ambulanten Bereich sieht er Jahrespauschalen und ein verbindliches Primärarztsystem als entscheidende Hebel. Schreyögg verweist auf internationale Vorbilder wie Frankreich und England, wo finanzielle Anreize zur Ambulantisierung greifen. Die Krankenhausreform beurteilt er differenziert. Ihre Steuerungswirkung sei notwendig, echte Einsparungen aber kaum zu erwarten. Vorhaltepauschalen sollten stärker an die Bedarfsnotwendigkeit gekoppelt werden. Auch beim Transformationsfonds fordert er klare Kriterien, um Fehlanreize zu vermeiden. Hybrid-DRG könnten sinnvoll sein, bedürfen jedoch klarer ökonomischer Anreize, um ihr Potenzial zu entfalten.
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