Privatkliniken drängen auf Planungssicherheit und strukturelle Reformen
Privatkliniken warnen: Die aktuelle Krankenhausreform gefährdet die Versorgung im ländlichen Raum. Bayerns Gesundheitsministerin fordert mehr Spielraum für die Länder, der BDPK prangert strukturelle Fehlanreize an – und pocht auf eine Reform der medizinischen Reha.
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Kritik und klare Worte prägten die Jahresmitgliederversammlung des VPKA in München. Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach warnte, das geplante KHVVG könne die Versorgung auf dem Land gefährden. Sie forderte flexiblere Vorgaben für Leistungsgruppen, Personal und Struktur. Länder bräuchten laut Gerlach mehr Gestaltungsspielräume, um passgenaue Versorgungsstrukturen zu entwickeln. Eine zentralistische Planung könne spezialisierte Fachkliniken in Flächenländern wie Bayern schwächen. Hoffnung setzt sie auf die Dialogbereitschaft der neuen Bundesgesundheitsministerin.
BDPK-Chef Thomas Bublitz zeichnete ein ernüchterndes Bild der Bundespolitik. Er beklagte steigende Kosten bei sinkender Produktivität im stationären Sektor und forderte eine Reform der medizinischen Rehabilitation. Reha-Einrichtungen müssten als Ausbildungsträger zugelassen werden, zudem brauche es Schiedsstellen im DRV-Bereich und die Abschaffung bürokratischer Hürden wie dem Reha-Deckel. Das geplante neue Vergütungssystem der DRV ab 2026 sieht Bublitz kritisch – ohne klare Regeln und Konvergenzphase dürfe es nicht starten.
Der Verband betonte seine Dialogbereitschaft. Private Kliniken und Reha-Einrichtungen wollen zur Versorgungssicherheit beitragen – sofern die Politik die nötigen Rahmenbedingungen schafft.
bdpk.de
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