Prospektive Daten aus Schweden stärken Argumente für KI im deutschen Screeningprogramm

Eine schwedische Studie belegt, dass KI im Mammographie-Screening der Doppelbefundung ebenbürtig ist, mehr Tumoren erkennt und den Aufwand deutlich reduziert…

13. Februar 2026
  • Data und KI

Eine randomisierte Studie aus Schweden liefert erstmals prospektive Daten zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Mammographie-Screening. In der MASAI-Studie wurden über 105.000 Frauen entweder mit KI-Unterstützung oder mit klassischer Doppelbefundung durch zwei Radiologinnen und Radiologen untersucht.

Nach zwei Jahren lag die Rate der Intervallkarzinome im KI-Arm bei 1,55 pro 1.000 Frauen, im Kontrollarm bei 1,76 pro 1.000. Damit erfüllte das Verfahren das Kriterium der Nichtunterlegenheit. Die Sensitivität stieg von 73,8 Prozent auf 80,5 Prozent, die Spezifität blieb mit 98,5 Prozent konstant.

Zudem sank die Arbeitsbelastung der Befundenden um rund 44 Prozent. In Schweden stellt der Fachkräftemangel bereits einen Engpass dar. Auch in Deutschland könnte der Bedarf durch eine geplante Absenkung der Altersgrenze auf 45 Jahre steigen. Fachleute fordern weitere prospektive Studien und eine transparente Einbindung der Frauen vor einer breiten Einführung.

Quelle:
deutsch.medscape.com

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