KI im Krankenhaus: Große Versprechungen, zögerliche Umsetzung

Deutschlands Kliniken kämpfen mit Fachkräftemangel, Kostendruck und langen Entscheidungswegen. KI kann laut PwC vor allem in der Administration schnell entlasten…

26. Juni 2026
  • Data und KI
  • Digitale Klinik

Deutsche Krankenhäuser stehen unter wachsendem Druck. Fachkräftemangel, steigende Kosten und zunehmende Dokumentationspflichten belasten den Klinikalltag. Gleichzeitig sinkt laut PwC Healthcare Barometer 2026 die Zufriedenheit der Bevölkerung mit dem Gesundheitswesen. KI wird damit zur Notwendigkeit.

Michael Ey, Leiter Global Health Services bei PwC, sieht die größten Entlastungspotenziale nicht in komplexen Diagnosesystemen, sondern in der Verwaltung. Terminplanung, Belegungssteuerung und Arztbriefe binden heute erhebliche Arbeitszeit. KI könne dort spürbar entlasten und Beschäftigten mehr Zeit für die Patientenversorgung verschaffen. Erste Lösungen seien innerhalb von Monaten einführbar und wirkten sich positiv auf Arbeitsalltag und Wirtschaftlichkeit aus.

Ein zentrales Hemmnis sieht Ey in der deutschen Planungskultur. Kliniken wollten häufig sofort die perfekte Gesamtlösung entwickeln, statt kleiner anzufangen und aus Erfahrungen zu lernen. Hinzu kämen komplizierte Zuständigkeiten und Unsicherheiten beim Datenschutz. Dabei sei Datenschutz kein Widerspruch zur Datennutzung, beides müsse stärker zusammengedacht werden.

Auch die Rolle der Krankenhausleitung verändere sich. Erfolgreiche KI-Projekte entstünden nicht mehr top-down, sondern durch frühzeitige Einbindung von Pflege, Ärzteschaft und Verwaltung. Führungskräfte müssten KI-Möglichkeiten selbst erproben, um realistische Erwartungen zu entwickeln. Wer weiter zögere, werde später Mühe haben aufzuholen.

Quelle:
presseportal.de

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