Qualität statt Fallzahlen: Suhler Neonatologie sieht sich durch Bundesvorgaben bedroht
Die Frühgeborenenstation in Suhl droht zu schließen, weil sie die Mindestfallzahl nicht erreicht. Ärztinnen und Ärzte fordern Qualitätsbewertung statt Mengenmaßstab…
- Politik
Am SRH-Zentralklinikum Suhl steht das Perinatalzentrum Level 1 erneut vor dem Aus. Die Frühgeborenenstation darf seit Jahren nur mit Ausnahmegenehmigung betrieben werden, da sie die bundesweit geforderten 25 Behandlungen von Kindern unter 1.250 Gramm pro Jahr nicht erfüllt. Chefarzt Sebastian Horn kritisiert die Vorgabe als falschen Anreiz. Ziel müsse es sein, Frühgeburten zu vermeiden, nicht sie zu zählen.
Aktuell werden in Suhl rund 13 Frühgeborene pro Jahr versorgt. Für das Team ist die Unsicherheit eine große Belastung. Horn fordert, Qualität und Versorgungsergebnisse stärker zu bewerten statt bloßer Fallzahlen. Zudem hänge an der Station die gesamte regionale Notfallstruktur. Ein Wegfall des Zentrums würde die Versorgung Südthüringens gefährden.
Auch die Frauenmilchbank, die seit zwei Jahren alle Frühgeborenen mit Spenderinnenmilch versorgt, wäre dann nicht mehr finanzierbar. Ende des Jahres entscheiden Land und Krankenkassen über eine erneute Ausnahmegenehmigung, denn für viele Familien geht es dabei um Minuten, die über Leben oder Tod entscheiden können.
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