Qualitätsvorgaben im Gesundheitswesen: Kritik an mengenorientierten Ansätzen

Reinhard Schaffert kritisiert mengenbasierte Qualitätsvorgaben in der Krankenhauspolitik. Mindestmengen und Personalvorgaben sichern nicht automatisch bessere Versorgung. Entscheidend sei der Blick auf die Gesamtheit der Bevölkerung. Angesichts des demografischen Wandels brauche es neue Konzepte, um knapperes Personal für wachsenden Behandlungsbedarf einzusetzen.

25. August 2025
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Reinhard Schaffert, Geschäftsführer des Klinikverbunds Hessen, warnt vor einer einseitigen Ausrichtung gesundheitspolitischer Qualitätsvorgaben auf Mengen und Personalzahlen. Mindestmengen und Vorhaltevorgaben seien leicht messbar, garantierten aber keine bessere Versorgung. Fachliche Kompetenz, Engagement und Versorgungskontinuität seien ebenso entscheidend. Schaffert hebt hervor, dass der Fokus auf die Versorgung Einzelner die Gesamtbevölkerung aus dem Blick verliere. Urteile wie zur 30-Minuten-Erreichbarkeit bei Schlaganfällen zeigten, dass Strukturvorgaben zu Versorgungsengpässen führen können. Auch Personalrichtlinien wie die PPP-RL seien in Zukunft weder finanzierbar noch personell erfüllbar. Mit Blick auf den demografischen Wandel werde es darum gehen, mit weniger Beschäftigten mehr Patientinnen und Patienten zu versorgen. Priorisierung, Wartezeiten und Unterversorgung könnten Teil des Versorgungsalltags werden. Er fordert einen Perspektivwechsel: Qualität müsse nicht allein an Strukturen, sondern am breiten Zugang zur Gesundheitsversorgung gemessen werden.

Quelle:

bibliomedmanager.de


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