Reform der Kliniklandschaft verspricht Milliardenentlastung ab 2035

Milliardeneinsparungen, weniger Standorte, größere Kliniken: Neue Berechnungen zeigen, welches Potenzial in einer konsequent umgesetzten Krankenhausreform steckt und wo politische Risiken liegen…

5. Februar 2026
  • Politik
  • Ökonomie

Schätzungen des RWI Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung zeigen, dass die Umstrukturierung der Krankenhauslandschaft ab 2035 jährliche Einsparungen von rund neun Milliarden Euro in gesetzlicher und privater Krankenversicherung ermöglichen kann. Voraussetzung ist eine deutliche Konzentration der Standorte. Nach Berechnungen von Christian Karagiannidis und Boris Augurzky wären etwa 1.000 Krankenhäuser ausreichend, um Versorgungssicherheit, Qualität und Wirtschaftlichkeit zu verbinden.

Die Autoren gehen von größeren Kliniken mit höherer Spezialisierung aus. Kleine und mittelgroße Häuser würden deutlich reduziert, große Standorte dagegen ausgebaut. Um dieses Zielbild zu erreichen, wären bis 2035 Investitionen von rund 64 Milliarden Euro nötig. Der bestehende Transformationsfonds deckt davon etwa 80 Prozent ab. Daraus ergäben sich Einsparungen von rund 8,7 Milliarden Euro jährlich, überwiegend in der Gesetzliche Krankenversicherung.

Kritisch bewerten die Autoren geplante Lockerungen im Krankenhausreformanpassungsgesetz. Zusätzliche Ausnahmen und Kooperationen könnten die Einsparpotenziale halbieren oder vollständig aufheben. Sie warnen davor, bestehende Strukturen zu verfestigen und damit die finanzielle Entlastung der Sozialversicherung zu gefährden.

RWI: „Die Krankenhausstrukturen zukunftsfest machen!

Quelle:
aerzteblatt.de

Medinfoweb
Die etablierte Informationsplattform für Informatik, Ökonomie, Marketing und Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen.

Gebündelt, stets aktuell und immer handverlesen werden alle Neuigkeiten gesammelt und anwenderbezogen aufbereitet.