Rehabilitation als Wirtschaftsfaktor: Warum die Krankenhausreform die Reha nicht vergessen darf

Rehabilitation sichert laut Mediclin-COO Thomas Piefke Erwerbsfähigkeit und entlastet Sozialsysteme, wird aber im Zuge der Krankenhausreform strukturell und finanziell unterschätzt…

24. Juli 2026
  • Politik
  • Ökonomie

Die Krankenhausreform ordnet den Akutsektor neu, lässt die Rehabilitation dabei aber strukturell und finanziell weitgehend außen vor. Thomas Piefke, COO bei Mediclin, hält das für einen systematischen Fehler. Reha sei kein Kostenfaktor, sondern ein wirtschaftlicher Stabilitätsanker des Gesundheitssystems.

Laut DRV-Reha-Bericht sind 83 Prozent der Rehabilitandinnen und Rehabilitanden zwei Jahre nach ihrer Maßnahme weiterhin erwerbsfähig. Das reduziert Frühverrentung, Pflegebedürftigkeit und Arbeitsausfall.

Kürzere Liegezeiten im Akutbereich verlagern den Versorgungsbedarf in die Reha. Patienten kommen früher und mit höherem Pflegebedarf an, was mehr therapeutische Dichte, aufwendigere Aufnahme und stärkeren Abstimmungsbedarf erfordert.

Die zentralen Schwachstellen des Systems liegen laut Piefke an den Schnittstellen zwischen Krankenhaus, Reha und Nachsorge. Dort entstehen unnötige Kosten und Versorgungsbrüche. Rehabilitation könne diese verhindern, wenn sie als eigenständige wirtschaftliche Infrastruktur behandelt werde.

Räumliche, organisatorische und digitale Voraussetzungen fehlen bislang. Das neue DRV-Vergütungssystem bilde zusätzlichen Aufwand nicht automatisch ab. Piefke fordert deshalb eine Vergütungsanpassung und ein neues Image für die Reha.

Quelle:
bibliomedmanager.de

Medinfoweb
Die etablierte Informationsplattform für Informatik, Ökonomie, Marketing und Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen.

Gebündelt, stets aktuell und immer handverlesen werden alle Neuigkeiten gesammelt und anwenderbezogen aufbereitet.