Reinigungskraft streamt als Anästhesie-Schwester aus Klinik in Salzkotten

Eine Reinigungskraft streamte aus einem Krankenhaus als vermeintliche Anästhesie-Schwester und gab medizinische Hinweise. Ein YouTuber meldete den Fall, das Klinikum reagierte…

29. September 2026
  • Digitale Klinik
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Ungeprüfte Livestreams aus Kliniken können Persönlichkeitsrechte verletzen und medizinisch problematische Situationen öffentlich machen. In Salzkotten trat eine Reinigungskraft in einem Stream als OP- beziehungsweise Anästhesie-Schwester auf, gab medizinische Hinweise und sprach über laufende Operationen. Während der Übertragung reagierte sie auf Kommentare und unterhielt sich mit angeblichen Kollegen. Diese wussten offenbar teilweise nicht, dass sie aufgenommen wurden.

Der YouTuber Kevin, der elf Jahre als Pfleger gearbeitet hat, erhielt das Video und meldete den Fall dem Klinikum. Dort stellte sich heraus, dass die Frau keine Pflegekraft, sondern Reinigungskraft ist. Kevin kritisiert fehlende Verifizierungsprozesse auf Plattformen wie TikTok. Nach seinen Angaben hat er allein in diesem Jahr etwa 20 ähnliche Fälle an Kliniken in Köln, Krefeld und Wuppertal gemeldet. Häufig hätten echte Pflegekräfte während ihrer Nachtschicht gestreamt.

Besonders problematisch seien Übertragungen aus Intensivstationen. In einem Fall waren Beatmungsalarme zu hören, was nach Kevins Einschätzung auf Probleme bei der Sauerstoffversorgung eines Patienten hindeuten könnte. Als mögliche rechtliche Folgen nennt er Verstöße gegen Persönlichkeitsrechte und das Recht am gesprochenen Wort. Das Klinikum bewertete den Stream als Verstoß gegen seine Social-Media-Richtlinien. Sensible oder vertrauliche Inhalte seien jedoch nicht zu sehen gewesen. Der Account der Frau ist inzwischen offline.

Quelle:
focus.de

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